Am Wasserfall

J. Röntgen

Ein Mägdlein saß im dunkeln wald

Und sah dem Wasser zu,

Ihm ward so weich und weh zu Muth,

Voll Schmerz und doch voll Ruh.

Von seinen Augen perlt es hell,

Wie Thau die Wang entlang,

Von seinen Lippen quoll es leis: --

Ein lieblicher Gesang.

Sie lieh der Stimme Zaubermacht

Dem lauten Wogenschwall,

Die Tröpfchen an der Wimpern Saum

Gab ihr der Wasserfall.

Der Wald der nahm das herzge Kind,

In seine Arme sacht,

Er weiß nicht, was die Seele ihm

Seitdem so bange macht.