Die Kunst

J. Rünger

Ein herrliches Weib auf dem Markte steht,

es faltet die Hände wie im Gebet.

Ihr schönes Antlitz ist hohl, vergrämt,

ihr Aug' sucht den Boden wie tief beschämt.

Wie unbewusst aus dem Bettlergewand,

wie hilfeheischend dier weiße Hand!

„Du schönes Weib, warum bist du in Not?“

„Ich bin die Kunst und gehe nach Brot!“