Hängende Herzen
J. Rünger
Hängende Herzen flattern im Wind,
Wildwein rankt sich im Stübchen,
Flachs spinnend träumt dort ein sonniges Kind,
blauäugig, blond wie mein Liebchen.
Hei, schnurrt das Rädchen, Spindelein fein
fang den güld'nen Faden.
Hab heut Nacht an's Fensterlein
meinen Liebsten geladen.
Wer mochte der stille Geselle wohl sein,
der blickte so seltsam in's Weite?
Surre, spinne! Surre, spinn', mein Rädelein fein.
Gott, sei du sein Geleite.