Du Sumserin von Gold
J. Rünger
Du Sumserin von Gold, wo kommst du her?
du Zuckerschlürferin, Wachsmacherlein! -
du Sonnenvögelchen, bedräng mich nicht!
Geh! laß mich! strählen muß ich mir
mit meiner Muhme güldnem Kamm das Haar
und eilen; wenn sie heimkommt, schilt sie mich. -
Geh, sag ich, laß mich! ei, was suchst du hier?
Bin ich 'ne Blume? ist mein Mund 'ne Blüte?
Flieg auf den Waldrain, Bienchen, übern Bach,
dort giebt es Krokus, Veilchen, Himmelschlüssel:
da kriech hinein und trinke, bis du taumelst. -
Im Ernst: fahr deines Wegs! pack dich nach Haus,
gen deine Burg! Du weißt: in Ungnad' bist du.
Die Buschgroßmutter wirft 'nen Haß auf dich,
weil du mit Wachs der Kirche Opferkerzen
versorgst. Verstehst du mich!? - Ist das 'ne Art!?
He, alter Rauchfang auf der Muhme Dach!
schmauch doch ein wenig Qualm herab zu mir
und scheuch das böse Ding! - Komm hulle, hulle,
komm hulle, hulle Gänsrich, wulle, wulle!
Marsch! So nun endlich! -