Sommermittag
J. Senfter
Am wolkenlosen Sommermittag
Schlummert das blühende Ährenfeld,
Von Blumen durchleuchtet,
Die sonnegesättigt
Farbige Kronen neigen.
Kein Laut auf den schmalen Pfaden,
Selbst die Lerche ruht
Sangesmüde
Überm Nest in versteckter Furche.
Des Himmels Wärme
Senkt sich segenschwer,
Ein flimmernd Gewebe nieder,
Und die Erde atmet
Nährende Düfte.
Nur sachte zuweilen
In leichten Wellen
Wandelt ein Windhauch über die Ähren,
Zartgoldenen Blütenstaub lösend,
Und durch die Halme haucht
Kaum hörbares Klingen —
Die Blumen nicken,
Als ob sie's hörten,
Und schlummern weiter.