An Minna
J. Sterkel
Die Sonne sinkt,
der Abend winkt,
komm, Minna, komm mit mir!
Durchwandle nicht beim Mondenschein
nur immer deine Flur allein;
denn sieh nur da:
Die Sternlein ja
begleiten ihn auch hier.
Es ist so schön,
vereint zu geh'n
am kühlen Bach und Hain;
doch unser Garten, unser Feld,
das wir am Tage erst bestellt:
Die Freuden, die -
o fühle sie! -
hast du nicht so allein.
Du eilest nur
auf deiner Flur,
siehst manches Blümlein nicht,
siehst nicht des Abendsternes Pracht,
eilst bald davon und scheust die Nacht,
wenn Mond und Stern
nun ziehen fern
samt ihrem holden Licht.
Drum schließe dich
nur fest an mich!
Beu', Traute, mir die Hand!
Vereint dann wallen furchtlos wir
durch uns'res Waldes Lustrevier.
O wohl dann mir!
Dank, Liebe, dir,
dass ich einst Minna fand!