Liebe

J. van Eijken

Es ist ein holder Traum die Liebe,

Ein Traum, den Phantasie gewebt;

Ein Traum, der gleich dem Schmetterlinge

Auf mancher schönen Blüthe schwebt.

Ein Traum, der allzubald verflieget,

Ein Traum, der allzubald vergeht, -

Der wie ein Duft, wie Lerchensingen

Im weiten Himmelsblau verweht.

Und dennoch reden heil'ge Bücher

Von einer Lieb' in Noth und Tod;

Von einer ew'gen heil'gen Liebe,

Die ew'ge Liebe: - sie ist Gott.

Versenke dich in diese Liebe,

Versenk' dich ganz und gar hinein,

Und ist auch Alles Trug und Thränen,

Du wirst in lichter Wahrheit sein.