Das weisse Kreuz im rothen Feld

J. Wolfensperger

Singt das Lied der Eidgenossen,

Singt's im hohen Jubelchor;

Wie der Strom, dem Firn entflossen,

Ström' es voll und rein hervor!

Und auf seinen klaren Wellen

Wiege sich der Liebe Drang!

Blicke leuchten, Herzen schwellen

Bei des Liedes Feierklang.

Über dir, du Alpengarten,

Strahlt des Kreuzes heilig Bild,

Glänzt von deinen Felsenwarten

Als des Landes Hort und Schild,

Weist empor zum wunderbaren,

Zum allmächt'gen Gott und Herrn:

Ihm vertrau', mein Volk! Bewahren

Wird er seinen schönsten Stern!

Rein und weiß wie unsrer Firnen

Lichtumwobner Perlenkranz,

Streut das Kreuz auf ihre Stirnen

Ew'ger Wahrheit Himmelsglanz.

Auf, und schreite durch die Lande

Rein, o Freiheit, göttlich wahr!

Ja, noch muß am fernsten Strande

Auferstehen dein Altar!

Und dein Purpur stammt von oben,

Wo des Vaters Liebe quillt,

All' umschlingt in Treu' verwoben,

Jeglich Sehnen wonnig stillt.

Also blüh' auf deinen Pfaden

Heil'ge Liebe gottentstammt,

Herrscherin von Gottes Gnaden,

Freiheit, die voll Liebe flammt!

Singt das Lied der Eidgenossen,

Brüder, singt es fern und nah.

Von dir, Mutter, all' umschlossen

Sind wir dein Helvetia.

Dein im Leben, dein im Sterben,

Dein bei Sturm und Sonnenlicht!

Brich, o Welt, zerbrich in Scherben,

Lieb' und Freiheit sterben nicht!