Anno Domini MCCLXXXII
K. Haine
Dem Zweiundachtz'ger Lob und Preis!
Das ist ein Gnadenbronnen,
Kein Bess'rer wuchs, davon ich weiß,
Mein Tag im Licht der Sonnen.
In Sammet den und den in Zwilch,
Gesegnete Liebfrauenmilch,
Tränkst du mit eitel Wonnen!
Gebt mir ein Glas, durchsichtig hell,
Daß ich die Klarheit schaue,
Blink' auf, du goldiger Gesell
Vom reichen Hessengaue!
Dich setz' ich an, und Labund quillt,
Dich trink' ich aus, und sehnend schwillt
Mein Herz der schönsten Fraue.
Heil dir, du Nibelungenwein,
Bei dem ich Trost gefunden,
Der du mich hier zu Worms am Rhein
In Freuden läßt gesunden!
Ein Siegfried werd' ich, stark und mild,
Erscheine, herrliche Kriemhild,
Prinzessin der Burgunden!
Bei dem Gewächs, wie Gott es schuf,
Sitzt gut bei Tag und Nacht sich,
Und durch die Lande geht der Ruf:
Der Herbst hat wohl bedacht sich
Mit goldgewobner Suckenie,
Dem Wein von anno Domini
Zwölfhundertzweiundachtzig!