Liebe Schmerzen

K. Hoffmann

Arme Schwestern, liebe [Schmerzen,

Seid nicht ihr] auch Gottesgaben?

Aber keiner will euch haben.

Wohnet denn in meinem Herzen!

Alle Lust der Welt zu haschen,

Gierig bin ich ausgezogen,

Kam geplündert, kam betrogen,

Müde heim mit leeren Taschen.

Die ich einst so sehr verachtet,

Liebe Schmerzen, seid gesegnet,

Die ihr mir so reich begegnet,

Mich so innig nun umnachtet!

Heiß durchflutet euer Glühen

Meines Blutes dunkle Wogen,

Die, von euch emporgesogen,

Tiefer atmen, schöner blühen.