Der Tote

K. Munzinger

Stark an Leib und jung an Jahren,

Bist du in den Tod gefahren,

Doch dein Tod ist schön und groß;

Prangend mit der breiten Wunde,

Herben Trotz auf bleichem Munde

Liegst du, lieber Kampfgenoß.

Ach, am grünen Seeesufer

Sank noch mancher Schlachtenrufer,

Der heut freudig mit uns stritt.

Aber über ihren Leichen

Unter grimmen Rachestreichen

Lenkten wir den eh'rnen Schritt.

Denn so weit die Augen schauen

Liegen auf den blut'gen Auen

Feindesleichen ausgestreckt; --

Konntest du nicht mit uns siegen,

Sollst du doch als Sieger liegen,

Wo den Feind die Erde deckt.

Dies sei deine letzte Ehre:

Mit dem Schwert und mit dem Speere

Senken hier wir dich hinab;

Dreimal soll das Horn erschallen,

Schmetternd in die Weite hallen

Über deinem jungen Grab.