Mädchenlob

K. Reissiger

Die Mädel sind veränderlich,

Heut' so und morgen so.

Kaum zeigt ein Rosenwölklein sich,

So sind sie hell und froh!

Doch morgen? -- Ei, wie geschwind

Dreht sich der Wind.

Sobald ein rauhes Lüftchen weht,

Grämt sich das Mädel tief;

Ein Zährlein ihr im Äuglein steht,

Das Mündlein krümmt sie schief.

Doch morgen? -- Tralla la!

Hopsa sa sa!

Das Mädlein sieht dich liebreich an,

Du traust dem schlauen Blick,

Und schwindelst auf zur Sonnenbahn,

Und träumst von deinem Glück.

Doch morgen? -- Kennt sie dich kaum;

Nichtiger Traum!

Ihr Mädel dreht mir noch so süß

Die Äuglein hin und her,

Und kämt ihr aus dem Paradies,

So traut ich keiner mehr.

Ihr Falschen! -- Heut seid ihr heiß,

Morgen wie Eis.