Wo die Myrthen ewig blühen
K. Reissiger
Wo die Myrthen ewig blühen
Und Orangenwälder stehn,
Wo die Sterne heller glühen
Möcht ich da die Heimat sehn?
Was sind diese Wunderauen
Ohne dich, mein süßes Glück,
Meine Liebe, mein Vertrauen
Wies man dort wohl kalt zurück!
In den Bergen, auf den Klüften
In dem düstern Tannenwald,
Wo bei immer reinen Lüften
Mild und klar das Echo schallt?
Wo die Zweige sich verdichten,
Weil' ich gern, doch nur bei dir,
So sind Eichen, grüne Fichten,
Ohne Reiz und Anmuth mir.
Dort wo spiegelklar und helle
Eis den Strom zusammenfügt,
Oder wo auf blauer Welle
Sich ein zierlich Schifflein wiegt?
Bin ich da, so möcht' ich weiter,
Finde Ruh' und Frieden nicht,
Werde nimmer wieder heiter,
Fern' von deiner Augen Licht!
Wie den Schweizer Hirten-Sänge
Immer nach der Heimat ziehn,
Rufen deines Namens Klänge
Mich zu dir, mein Liebling, heim!
Nur wo du bist, möcht' ich leben,
Bei dir sein in Glück und Schmerz;
Nicht in's Ferne geht mein Streben,
Ist mir Heimat stets dein Herz!