Die Stunden eilen. Wie ein Segelglanz
K. Schwarz
Die Stunden eilen. Wie ein Segelglanz
Aus blassem Meer taucht eine auf und lacht
Und trägt der Liebe und der Jugend Kranz
Und lodert golden, und verglüht in Nacht.
Und wieder eine, schwesterähnlich fast,
Tritt bei mir ein und sagt mir Märchen vor
Und hält im Polster meiner Gondel Rast
Und stirbt - und eine neue blüht empor.
O schöne Schwestern welche doch von euch
Wird mir die Lider in die Augen drücken
Und meine Fahrt mit Rast und Heimkehr schmücken
Und mich begleiten in das andre Reich?
Mir ist, es müsse jene goldene sein,
Die Königin, die spät am Abend blüht
Und die ein Duft von tiefem Seligsein
Mit aller Farben Feuer überglüht
Und die in müde Abendfenster schaut
Und satter glänzt und reicher als der Tag,
Und die so schön beim Feierglockenschlag
In Mondesahnung und in Nacht verblaut.
In jener Stunde wird ein groß Geleucht
Mich selig blenden, und der volle Kranz
Genossener Tage, noch vom Meere feucht,
Wird mich umgeben mit verklärtem Glanz.
Und alles Schöne, was ich je geträumt,
Und alles Süße, was ich je genoß,
Und alles Süßeste, das ich versäumt
Und das mir ungekannt vorüberfloß,
Wird sich zu einem namenlosen Licht
Vereinen, das mein Auge selig macht,
Daß es in niegekannter Wonne bricht.
Dann aber nahen Sterne, Mond und Nacht.