Die Nachtigall

K. Stockhausen

Wie ein Schwarm schreiender Vögel

Stürzen sich die Erinnerungen

Unter das gelbe Laub meines Lebensbaumes,

Dessen gebeugter Stamm sich spiegelt

im bitteren Bache der Reue,

Stürzen sich lärmend,

Bis sie im schlaffen Winde hinsterben, verstummen

Und nichts mehr tönt

Als die feierliche Stimme, o deine.

Nichts als die schmachtende arme Stimme des Vogels,

Stimme meiner ersten und unaustilglichen Liebe,

Tönt im trüben Mond, welcher steigt

Durch die schwere, stumme Nacht auf

Und schwebt -

Und im Wind,

Welcher anrührt meinen fröstelnded Baum

Und darin den schluchzenden Vogel.