Der Mond
L. Kempter
Du holdes Mädchen,
O weine nicht
Und trockne die Thränen
Vom Angesicht.
Und welkt die Rose
Auf herbstlicher Flur,
Der Frühling wecket
Sie schöner nur.
Vertraue den Sternen,
Vertrau der Zeit;
Es weichen die Nebel,
Es flieht das Leid.
Aus schwarzen Wolken
Nach tiefer Nacht
Da leuchtet die Sonne
In doppelter Pracht.
So blüht auch Liebe
In neuem Licht;
Drum laß das Klagen
Und weine nicht!
Ich sing' in Schlummer
Dich leis' und fein,
Mit meinen Strahlen
Wieg' ich dich ein.