Toni

L. Liebe

Der Wind vom Abendhimmel weht

Kühl mit des Stromes Lauf,

Und wie die Sonne untergeht,

Geht meine Seele auf.

Hier ließ ich alle Traurigkeit

Fortschwimmen mit dem Rhein,

Und denk' ich an die schöne Zeit,

Denk' ich auch, Toni, Dein!

Im Rheingau steht ein gastlich Haus

Mit lieben Menschen drin;

Froh zog ich ein, trüb zieh' ich aus,

Die Zeit floh rasch dahin.

Ich fand Dich immer froh bereit

Mir hold Geleit zu sein,

Und denk' ich an die schöne Zeit

Denk' ich auch, Toni, Dein!

Wir grüßten mit Gesang vom Kahn

Den sonnigen Rebenstrand,

Und oben von den Bergen sah'n

Im Wasser wir das Land.

Bergauf und ab wir zogen weit

Hoch über Stock und Stein,

Und denk' ich an die schöne Zeit,

Denk' ich auch, Toni, Dein!

Der Himmel schien in manches Glas,

Das Dir zu Ehren klang,

Selbst vom Johannisberger Faß

Für uns die Quelle sprang.

Nun ist vorbei die Herrlichkeit

Für mich am goldnen Rhein,

Doch denk' ich an die schöne Zeit,

Denk' ich auch, Toni, Dein!