Zu Ende neiget sich der Tag
L. Pabst
Zu Ende neiget sich der Tag,
Es dehnen sich die Schatten;
O daß ich Gnade finden mag,
Eh' meine Kräft' ermatten!
Daß mir der Ruf entgegen tönt:
"Du bist entsündigt, bist versöhnt!"
Der Abend zieht mit Macht heran,
Der Sonne Strahlen weichen;
O könnt' ich steigen himmelan
Und Dich, o Herr! erreichen.
Daß mich belehre Deine Huld,
Getilgt sei meiner Sünden Schuld.
Nur eine kurze Spanne Zeit
Ist heut' uns noch beschieden;
O nützt' sie für die Ewigkeit,
Erstrebt des Himmels Frieden,
Daß fort und fort es tönen mag:
"Wir feiern den Versöhnungstag!"