O wie elend ist ein Mägdlein

C. Loewe

O wie elend ist ein Mägdlein, das dem Amor sich entziehn muss,

Und der Tröstung des Lyäus, da mit Strafred' und Ermahnung

Sie der Oheim so in Angst hält!

Dir geraubt wird ja der Nähkorb von dem Wildfang Cytherea's,

Dir das Webschif und die Arbeit der Minerva, Neobule,

Von dem schönen Liparéer:

Wann gesalbt er um die Schultern in den Tibris sich hinabtaucht;

Er zu Ross flink, wie der Held Bellerofontes und im Faustkampf

Und im Wettlauf unbezwingbar!

Der behend' auch, wo ein Hirschtrupp in Gewühl stäubt durch das Blachfeld,

Mit dem Jagdspiess ihn dahinstreckt, und ein Bergschwein aus dem Dickicht

In dem Anstand zu empfahn weiss!