Die Herzensrose
C. Loewe
Mein Gemüthe
Blühte
Gleich der frischen Maienrose;
Mit der Wangen
Prangen
Kam die Liebe leise, lose,
Nahm Besitz, mit einem Blick des Scherzens
Von der Rose meines Herzens.
Aus den Tiefen
Riefen
Alle still erwachten Triebe:
Komm und pflücke!
Schmücke
Dich nur auch mit uns, o Liebe,
Wie du rings dir im Vorüberwallen
Pflückest Blätter nach Gefallen.
Und sie pflückte,
Schmückte
Sich mit eines Blättleins Raube,
Schwebte heiter
Weiter,
Fragt nicht nach dem andern Laube,
Ob verwelkt die Blätter nun des Herzens
Sind vor Gluth des Scheideschmerzens.
Wie sie schwebet,
Bebet
Dort das Blatt im Lüftezuge,
Fällt und zaget,
Klaget
Ihr vergebens nach im Fluge;
Und hier sind, mit ihm zu Grab zu wallen,
All' die andern abgefallen.