Lied eines theokritischen Ziegenhirten

M. Bach

Da lieg' ich, krank im Gedärm, –

Mich fressen die Wanzen.

Und drüben noch Licht und Lärm!

Ich hör's, sie tanzen …

Sie wollte um diese Stund'

Zu mir sich schleichen.

Ich warte wie ein Hund, –

Es kommt kein Zeichen.

Das Kreuz, als sie's versprach?

Wie konnte sie lügen?

– Oder läuft sie Jedem nach,

Wie meine Ziegen?

Woher ihr seid'ner Rock? –

Ah, meine Stolze?

Es wohnt noch mancher Bock

An diesem Holze?

– Wie kraus und giftig macht

Verliebtes Warten!

So wächst bei schwüler Nacht

Giftpilz im Garten.

Die Liebe zehrt an mir

Gleich sieben Uebeln, –

Nichts mag ich essen schier.

Lebt wohl, ihr Zwiebeln!

Der Mond gieng schon in's Meer,

Müd sind alle Sterne,

Grau kommt der Tag daher, –

Ich stürbe gerne.