Wegen des Unfriedens in mir

M. Bach

Im Türkenstroh hinter dem Stall schläft der Hund,

Ich hör sein Gebell in der Nacht jede Stund,

Wenn einer vom Bach gegen 's Dorf abwärts geht

Oder einer beim Brunnen am Holzersteig steht.

Dann hör ich wahrscheinlich auch noch seinen Schritt,

Den er gleichmäßig über die Straßensteine tritt,

Und ich hör, wie der Wind in den Dachschindeln pfeift

Und rauschend ins Laubwerk der Hoflinde greift.

So geht mir die Nacht nur sehr langsam vorbei.

Ich höre die Kirchuhr um zwölf, eins, zwei, drei.

Dann steh ich bald auf und geh hin und geh her.

Ich find keine Ruh und kein Ausschlafen mehr.

Ich hab keine Freud mit dem Stall, mit dem Haus.

Ich kenn mich beim einfachsten Ding nicht mehr aus,

Und wenn wer was redet, versteh ich es nicht,

Ich erkenn einen nicht und schau ihm ins Gesicht.

Wenn ich geh, kommt's mir vor, als sei wer hinter mir.

In der Nacht klopft's am Fenster, und es geht durch die Tür.

Und wenn ich was rede, so lacht irgendwer.

Ich möcht es wem sagen und weiß es nicht mehr.

Denn der Weg von tief innen ist weit bis zum Wort,

Das ich sagen möcht, bis ich es sag, ist es fort.

Bin verschlossen, und doch treibt's gewaltig in mir.

Ich ertrag's nicht, ich habe den Himmel in mir.