Der Kaufmann

M. Eberwein

Sieh mein Herz hier ohne Emballage,

Vollgepackt vom innigsten Gefühl;

Ohne Spesen, ohne Agiotage,

Kostet mich die süsse Waare viel.

Ach, so viele, schwere Seufzer drängen

Langsam sich, wie Syrup, aus der Brust,

An des Herzens Wagebalken hängen

Sich, mit gleicher Schwere, Schmerz und Lust.

Und doch ist das Debet meiner Schmerzen

Größer, als das Credit meiner Lust,

Und ein Falliment ist ohne Scherzen

Unvermeidlich dieser armen Brust.

Wirst du nicht den Wechsel honoriren,

Den Cupido mir auf dich gestellt,

Deine Liebe mir assecuriren,

So cedire bald ich diese Welt.

Doch, Sophie, lässt Du mit dir handeln,

Gibst du billige Provision,

Wird sich in Profit mein Schmerz verwandeln,

Und Procente sind der Liebe Lohn.

Ständ' im Curs al pari deine Liebe

Mit der Meinen, prompt bezahlte ich

Deine ordres, vista, und es bliebe

Nichts zu speculiren mehr für mich.

Nimm mich zum Associé deines Lebens,

Laß zum mind'sten dein Commis mich seyn;

Denn das ganze Facit meines Strebens

Ist der Wunsch, dein Compagnon zu seyn.