Verrauscht und verronnen
M. Görres
Sie saß am Bach und schrieb in die Flut:
O wie bist du so süß, o wie bin ich dir gut!
Doch ein Nixlein unter dem Weidenbusch,
Das schüttelt die Locken und lacht: husch, husch! --
O du Lieb' und Treu', o du blühender Wald!
Was lustig begonnen
Und leicht gewonnen,
Wie ist es so bald
Im Winde verrauscht, im Wasser verronnen.
Er ritt durch den Wald und blies und blies:
O wie bin ich dir gut, o wie bist du so süß!
Doch ein Elblein unter dem Haselbusch,
Das schüttelt die Locken und lacht: husch, husch! --
Was lustig begonnen
Und leicht gewonnen,
Wie ist es so bald
Im Winde verrauscht, im Wasser verronnen.
Und der Lenz verging, und der Sommer verflog
Und der Herbstwind über die Stoppeln zog:
Sie spann und weinte, allein, allein;
Er fuhr in die Welt, weit über den Rhein.--
O du Lieb' und Treu', o du blühender Wald!
Was lustig begonnen
Und leicht gewonnen,
Wie ist es so bald
Im Winde verrauscht, im Wasser verronnen.