Sieh, wie sich die Vögel schwenken
M. Heidrich
Sieh, wie sich die Vögel schwenken
Lustig in den Lüften dort,
Heimwärts ihren Zug sie lenken,
Lebe wohl, ich muß nun fort.
Siehst mich scheiden ohne Zähren,
Ach, der Sommer ist vorbei;
Liebe kann nicht ewig währen,
Und noch kürzer währt die Treu.
Kehre ich nach Jahren wieder,
Wenn vergeßner Sang erklingt,
So ist's eines meiner Lieder,
Das empor zu Dir sich schwingt.
Leise pocht's an Deine Thüre,
Mahnt Dich nicht an alte Zeit,
Nicht an längst verwehte Schwüre,
Grüßt Dich nur voll Zärtlichkeit.
Blicke freundlich dann hernieder
So wie ehmals vom Balkon,
Wenig fordert, der vorüber
Zieht, für seinen Sang als Lohn.
Ob des Herbstes Sturmwind tose,
Oder Lenzhauch küßt die Flur:
Eine halberblühte Rose,
Und ein flüchtig Lächeln nur.