Mir ist, als hätt' ich dein geharrt

M. Heinemann

Mir ist, als hätt' ich dein geharrt,

In langer Einsamkeit,

In wildem Streit und Trotz erstarrt,

Und kampfbereitem Leid;

Du kamst und hast mit deinem Schritt

Mich wie ein Traum gebannt, --

Ich sah dich, -- und die Waffe glitt

Mir langsam aus der Hand.

Und als mich deine Stimme rief,

War Leid und Kampf verscheucht, --

Ich sah dich, -- und ich habe tief

Den starren Kopf gebeugt.

Wer bist du, die mit einem Mal

Vor mir erschienen ist?

Mir ist, als ob ein Götterstrahl

Mir still die Stirn geküßt.

Mir ist als würd' ein Heimathklang

Tief, tief im Herzen laut, --

Und mir wird wohl und mir wird bang

Als ob ich Gott geschaut --.