Tag Gesang

M. Herz

I

So begannst du mein tag:

Von verheissungen voll

Aus dem kindlichen tale

Ein jauchzen erscholl.

Du ergingst dich in strahlen

Bekränzt und erlaucht

Hast dein schimmerndes haar

Dann in blüten getaucht.

In umschwärmendem chor

Und in zitternder jagd

Nach den wiesen die woge

Nach silber smaragd

So folgen dir froh

Die dein lächeln erkürt..

O mein tag mir so gross

Und so schnell mir entführt!

II

Bewältigt vom rausche noch

sah ich ihm nach

Er wandte sich dem der ihn

liebend besprach.

Mein lob sich auf fittichen

hin zu ihm schwang

Bis ganz ihn im westen

die wolke umschlang.

Um wen soll ich werben mit

minderem hall

Da nichts wie Er gross ist und

nichts wie Er all!

So schritt ich vertrauert und

horchte mit fleiss

Zu schluchten gebeugt auf ihr

dunkles geheiss.

III

An dem wasser das uns fern klagt

Wo die pappel sich lind wiegt

Sizt ein vogel der uns gern fragt

Der im Iaube sich dem wind schmiegt.

Und der vogel spielt leis auf:

Flur und garten sind vom blühn tot

Jedes weiss sich schön im kreislauf.

Sieh die gipfel vor dir glühn rot!

Nur erinnrung lässt als traumsold

Der zu glücklichern seinen zug lenkt

Seiner hand entrieselt traumgold

Das er früh und nur im flug schenkt.

Heb das haupt das sich bang neigt

Ob aus tiefen ein gesicht winkt -

Und so warte bis mein sang schweigt

Und so bleibe bis das licht sinkt.