Wo sind die Stunden

M. Kowalski

Wo sind die stunden

Der süssen zeit /

Da ich zu erst empfunden /

Wie deine lieblichkeit

Mich dir verbunden?

Sie sind verrauscht / es bleibet doch dabey /

Daß alle lust vergänglich sey.

Das reine schertzen /

So mich ergetzt /

Und in dem tieffen hertzen

Sein merckmahl eingesetzt /

Läst mich in schmertzen /

Du hast mir mehr als deutlich kund gethan /

Daß freundlichkeit nicht anckern kan.

Das angedencken

Der zucker-lust /

Will mich in angst versencken.

Es will verdammte kost

Uns zeitlich kräncken /

Was man geschmeckt / und nicht mehr schmecken soll /

Ist freudenleer und jammervoll.

Empfangne küsse /

Ambrirter safft /

Verbleibt nicht lange süsse /

Und kommt von aller krafft;

Verrauschte flüsse

Erquicken nicht. Was unsern geist erfreut /

Entspringt aus gegenwärtigkeit.

Ich schwamm in freude /

Der liebe hand

Spann mir ein kleid von seide /

Das blat hat sich gewand /

Ich geh' im leide /

Ich wein' itzund / daß lieb und sonnenschein

Stets voller angst und wolcken seyn.