Nachts

M. Roeder

Löscht, o löscht, ihr Himmelslichter,

Die ihr wandelt durch die Nacht,

Schließ' in deinen Arm mich dichter,

Liebste du in Zauberpracht:

Daß ein seliges Vergessen

Mir die heißen Schläfe kühlt,

Alles was ich sonst besessen,

Weit mir aus der Seele spült.

Nur ein einz'ger Stern soll leuchten,

Mächtig wie der Sonne Glühn:

Deine Augen sind's, die feuchten,

Die in holden Flammen sprühn!

Und wenn sich die Lider neigen,

Leis von Schlummer übermannt,

Sagt dein Kuß mir noch mit Schweigen,

Was der Mund nur halb gestand!