Andre sehen an meiner Frauen
M. von Kralik
Andre sehn an meiner Frauen
Alles schwarz und voll von Flecken.
Doch wie scharf ich auch mag schauen,
Kann doch keinen Fehl entdecken.
Nur dem Maulwurf jene gleichen,
Der in Nacht den Weg nur findet
Und wenn er zum Licht will steigen,
Vor des Lichtes Pracht erblindet.
Doch wie sich die Sonne wende
Auf und ab nach allen Winden,
Ob sie etwa Schatten fände,
Keinen Schatten kann sie finden.
In die Himmel blickt sie heilig,
Doch sie sieht nur Lichter glühen;
Um die Erde rückt sie eilig,
Doch sie sieht die Nacht nur fliehen.
Auf die nächtigen Wolken schaut sie,
Schon mit Golde sie umglänzend,
Und den Schnee vom Boden thaut sie,
Ihn mit Blumen schon umkränzend.