Wolke
M. Weiss
Es kommt ein Dunkel auf uns zu,
dasaus ein Wind uns kalt umstreicht,
O schwere dunkle Wolke du,
die bis zur Erde niederreicht...
Es steht die Wolke unbewegt,
wie festgewachsen an dem Ort,
und mancher sinnt wohl und erwägt
und fragt: "Wann zieht die Wolke fort?"
Ein Dunkel bricht auf uns herein,
ich hör dich sagen: "Mach doch Licht!
Es wird ein langes Dunkel sein..."
Uns drückt der Wolke schwer Gewicht.
Ein Kind sitzt an dem Grabenrand
und blickt zur Wolke hin, die groß
herunterhängt. O fernes Land
der Tage, blau und wolkenlos!
Wer singt ein Lied, das weithin schwingt
und Kündet eine helle Zeit?!
Ein Wunder, daß ein Lied gelingt
ein dieser Wolkendunkelheit!
O schwere dunkle Wolke du,
die bis zur Erde niederreicht.
Wir singen uns im Dunkel zu,
und sieh: die schwere Wolke weicht.