Erwartung

Mendelssohn, Felix

Bist auf ewig du gegangen,

Teurer, kehrst du nie zurück?

Lässt umsonst dein Mädchen bangen,

Raubst ihr das geträumte Glück.

Ach, es wich mir Ruh' und Frieden,

Seit von mir du bist geschieden!

Dumpf in ungemess'nem Raume,

Wog' an Wog' empor sich hebt,

Bis zum fernsten Himmelssaume

Auf sie zu den Wolken strebt.

Und ich höre sie mit Grausen

Wild an ferne Felsen brausen.

Doch vergebens hoff' ich Kunde,

Wo, Geliebter, jetzt du weilst,

Wann mir endlich naht die Stunde,

Wo du mir entgegen eilst.

Dunkler Gott, o hab' Erbarmen,

Gib mir Ruh' in seinen Armen!