Herbstlied
Mendelssohn, Felix
Im Walde rauschen dürre Blätter,
Es schweigt der Sang, das Grün verdorrt,
Im Fluge zieh'n, wie Wind und Wetter,
Der Sommer und die Sänger fort.
Was zagst du, Herz? Was zagst du trübe?
Die Liebe bleibt, dir bleibt die Liebe!
Die reifen Garben sind geschnitten,
Der Wind fährt übers Stoppelfeld,
Ein Schnitter kommt dahergeschritten,
Der andere dunkle Ernten hält.
Was bangst du Herz? Bangst so betroffen?
Das Hoffen bleibt, dir bleibt das Hoffen!
Will denn die Welt ganz einsam stehen,
Wenn alles zieht und mich verläßt?
Wenn Lenz und Lieb und Jugend gehen,
Was bleibt mir denn? Was hält noch fest?
Was sorgst du Herz? Was sorgst aufs neue?
Die Treue bleibt, dir bleibt die Treue!