Im Wald

Mendelssohn, Felix

O Wald, du kühlender Bronnen,

wie labst du die lechzende Brust!

Vom sengenden Brande der Sonnen

lädst du zu erfrischender Lust.

Und ruh'n wir beschattet von Zweigen,

das Auge zum Äther gewandt,

so scheint sich der Himmel zu neigen,

kühl weht's wie aus himmlischem Land.

O Wald, du Tempel der Töne,

hoch wölbt sich dein grünendes Dach,

hell klingt in verdoppelter Schöne

Gesang in den Wipfeln noch nach.

Und rührt uns beim Klange der Lieder

des Gottes allmächtiger Hand,

dann säuselt's aus Zweigen hernieder,

wie Träume aus himmlischem Land.