Seltsam, Mutter, geht es mir

Mendelssohn, Felix

Seltsam, Mutter, geht es mir,

Wie mir's nie gegangen;

Ach, ich fühle für und für

Heftiges Verlangen.

Heut ist's just ein halbes Jahr

Dass die letzte Kirmes war,

Nun ja, und da …

Nein, beschreiben kann ich nicht,

Mutter, dir die Plage,

Die ein schönes Traumgesicht

Schafft bei Nacht und Tage.

Flieh ich her und flieh ich hin,

Immer haftet's in dem Sinn

Und hier, mit mir …

Immer, immer schwimmt das Bild

Deutlich mir hernieder;

Ach, und scheint so sanft und mild,

Scheint so treu und bieder.

Liebe Mutter, ging es dir

Denn auch früherhin wie mir,

Du blickst, und nickst?