Sonntagslied
Mendelssohn, Felix
Ringsum erschallt in Wald und Flur
Viel fernes Glockenklingen,
Die Winde wehen heimlich nur,
Und leis' die Vöglein singen.
Und Orgelklang und Chorgesang
Erbaulich zieht das Tal entlang.
Wie bin ich so allein im Haus,
In weiten, stillen Räumen!
Zum Feste zogen alle aus,
Hier kann ich heimlich träumen.
Dort jauchzen sie in Lust und Scherz,
Und mir wird weich und weh um's Herz.
Horch! horch, was ertönt Schalmeienklang,
Was zieht so froh in's Weite?
Zur Kirche wallt mit hellem Sang
Ein selig Brautgeleite.
Und ich, ich bin so gar allein!
Ach, Einer dürfte bei mir sein!