Der Bettelstudent
Millöcker, Karl
PALMATICA, Gräfin Nowalska
LAURA und
BRONISLAWA, ihre Töchter
OBERST OLLENDORF, Gouverneur von Krakau
SYMON RYMANOWICZ, Student
HERZOG ADAM KASIMIR von Polen, alias JAN JANICKI
OFFIZIERE in Ollendorfs Reiterregiment:
- WANGENHEIM, Major
- HENRICI, Rittmeister
- SCHWEINITZ, Leutnant
- RICHTHOFEN, Kornett
ONUPHRIE, Diener im Hause Nowalska
ENTERICH, Gefängniswärter auf der Zitadelle Krakau
PIFFKE und PUFFKE, seine Gehilfen
ROY, Wirt
Der BÜRGERMEISTER von Krakau
Ein KURIER
CHORGefangene - Frauen - Messebesucher - Hochzeitsgäste - Brautjungfern
CHORPagen - Zofen - Diener - Soldaten - Lakaien - Volk
SYSTEMOrchester-Introduktion
SYSTEMERSTER AKT
Gefängnishof
FRAUENAch, uns're Lieben sperrte man ein;
FRAUENWir armen Weiber steh'n nun allein.
FRAUENMöchten die Teuren gern wiederseh'n.
FRAUENWas kann das schaden? Lasst's doch gescheh'n!
FRAUENHabt doch Erbarmen und, muss es sein,
FRAUENSperrt uns gleich alle lieber mit ein!
FRAUENEh' uns're Bitte ihr nicht gewährt,
FRAUENWird mit dem Jammern nicht aufgehört.
FRAUENHu, hu, hu!
FRAUENWir bitten gar schön, oh, lasst es gescheh'n,
FRAUENWir bitten, wir bitten, wir bitten gar schön!
ENTERICHRespekt und kein Skandal gemacht!
ENTERICHIch rat' es Euch, nehmt Euch in acht!
ENTERICHWer hier so schreit und skandaliert,
ENTERICHWird gleich persönlich arretiert.
FRAUENAch, guter Meister Enterich,
FRAUENSeid doch nicht solch ein Wüterich,
FRAUENWir wollen uns're Männer seh'n -
FRAUENOh, lasst es doch gescheh'n!
ENTERICHIch hin sonst gar keen Wüt'rich nich,
ENTERICHDoch solch Spektakel schickt sich nicht.
ENTERICHIch fühle gleichfalls väterlich
ENTERICHUnd brüderlich und schwesterlich,
ENTERICHUnd gegen Damen namentlich
ENTERICHBin ich nicht unabänderlich;
ENTERICHDoch müsst Ihr sanft erst bitten schön,
ENTERICHDann wollen wir schon seh'n.
FRAUENAch 'guter Meister Enterich usw.
ENTERICHSeh' ich auch oft recht grausam aus -
ENTERICHMein Herz ist nicht von Marmelsteine!
zu Piffke und Puffke
ENTERICHSo lasst die Herr'n Verbrecher raus
ENTERICHVon Nummer Fünnefe und Neine!
FRAUENDank, Meister Enterich!
ENTERICHRuhe, sage ich!
FRAUENDank, Meister Enterich!
ENTERICHRuhe! Still!
ENTERICHDie Sachen, die Ihr mitgebracht,
ENTERICHDie werden registriert,
ENTERICHUnd was dabei verdächtig scheint,
ENTERICHWird dankend, wird dankend,
ENTERICHWird dankend konfisziert.
FRAUENWird dankend, wird dankend,
FRAUENWird dankend konfisziert!
ENTERICHLasst seh'n, was Ihr gebracht!
ENTERICHFür einen Mann zwei Flaschen Wein?
ENTERICHDas könnte schädlich sein!
ENTERICHDie Näscherei, - Herr Jämersch, nee,
ENTERICHDas macht ja Magenweh!
ENTERICHWird gleich notiert und registriert
ENTERICHUnd höflich dankend konfisziert!
FRAUENWird gleich notiert und registiert
FRAUENUnd höflich dankend konfisziert!
ENTERICHGeeignet scheint mir dieses Tuch
ENTERICHZu einem Fluchtversuch!
ENTERICHDie Socken? He - die sind sehr schön,
ENTERICHGanz leise durchzugeh'n
ENTERICHWird gleich notiert und registriert
ENTERICHUnd höflich dankend konfisziert!
FRAUENWird gleich notiert und registriert
FRAUENUnd höflich dankend konfisziert!
FRAUENPfui, das ist niederträchtig,
FRAUENDass hier so was passiert.
FRAUENWas wir unser'n Männern bringen,
FRAUENWird von Euch annektiert!
ENTERICHIhr Weiblein, hübsch bedächtig,
ENTERICHNur nicht gleich räsonniert!
ENTERICHIch hab' es Euch gesagt:
ENTERICHAlles, was nur verdächtig,
ENTERICHWird gleich notiert und registriert
ENTERICHUnd höflich dankend konfisziert!
FRAUENSeht, dort kommen uns're Männer!
FRAUENMÄNNER und FRAUEN:
FRAUENFrohes Wiederseh'n, glücklicher Moment!
FRAUENEndlich schlägt die Stunde, wo man Luft uns gönnt!
FRAUENSehet hier, wir brachten Speis' und Trank!
MÄNNERAch, schon lang wir schmachten, habet Dank!
MÄNNERENTERICH, PIFFKE und PUFFKE
MÄNNERHat man gut zu trinken, hat man gut zu essen,
MÄNNERKann man allen Aerger schon vergessen.
MÄNNERGreift nur immer zu und schenket fleissig ein
MÄNNERVon jenem süssen konfiszierten Wein!
MÄNNERMÄNNER und FRAUEN
MÄNNERFrohes Wiedersehn
usw.
ALLEBeim Trinken, Essen fliehet der Verdruss.
ALLEMan kann vergessen, dass man brummen muss.
ALLEUnd kurze Zeit Vergessenheit
ALLEGibt wieder Trost für langes Leid.
ALLEDem flüchtigen Glück, dem Augenblick
ALLESei dieser Tag geweiht!
CHORGeliebte(r) rasch noch diesen Abschiedskuss,
CHORWeil ich (er) jetzt leider wieder brummen muss!
CHORDie kurze Zeit Vergessenheit
CHORGab wieder Trost für langes Leid!
SYSTEMLied
CHOR1
RICHTHOFENDer Teufel soll mich holen,
RICHTHOFENIhr müsst es eingesteh'n:
RICHTHOFENWir sind im Lande Polen
RICHTHOFENDurchaus nicht gern geseh'n.
RICHTHOFENIch sag's Euch offen ins Gesicht,
RICHTHOFENAn mir liegt dies ganz sicher nicht.
RICHTHOFENDoch Euch, Euch hat hier niemand gern.
RICHTHOFENWisst Ihr, warum, Ihr Herr'n?
RICHTHOFENWarum?
DIE OFFIZIEREWarum? Wieso und wie?
RICHTHOFENSo hört!
OFFIZIEREWir bitten - sprechen Sie!
RICHTHOFENIhr Herr'n Ihr könnt wohl tanzen.
OFFIZIERETanzen!
RICHTHOFENReiten!
OFFIZIEREReiten!
RICHTHOFENFechten!
OFFIZIEREFechten!
RICHTHOFENSchiessen!
OFFIZIERESchiessen!
RICHTHOFENDoch eines, eines könnt Ihr nicht:
RICHTHOFENLieben, lieben!
RICHTHOFENRICHTHOFEN und OFFIZIERE
RICHTHOFENLieben!
RICHTHOFEN2
RICHTHOFENDoch ein gepflegter Junge,
RICHTHOFENDer fein ist und galant,
RICHTHOFENGewinnt mit kühnem Schwunge
RICHTHOFENDas ganze Polenland.
RICHTHOFENDenn hierzuland zählt nicht der Mann,
RICHTHOFENHier kommt es auf die Frauen an.
RICHTHOFENIhr kriegt die Frauen nie herum.
RICHTHOFENWisst Ihr auch wohl, warum?
RICHTHOFENWarum?
OFFIZIEREWarum, wieso und wie?
RICHTHOFENSo hört!
OFFIZIEREWir bitten - sprechen Sie!
RICHTHOFENIhr Herr'n, Ihr könnt wohl tanzen usw.
RICHTHOFEN1
OLLENDORFUnd da soll man noch galant sein
OLLENDORFMit dem schöneren Geschlecht,
OLLENDORFKatzenbuckeln, und galant sein,
OLLENDORFSpielen den ergebenen Knecht.
OLLENDORFEinen Helden, den in Polen
OLLENDORFWie in Sachsen jeder kennt,
OLLENDORFDen Wolhynien und Podolien
OLLENDORFNur mit Schreck und Zittern nennt;
OLLENDORFDer mit seiner Augen Blitzen
OLLENDORFHat entschieden manchen Krieg,
OLLENDORFDem das Brüllen der Haubitzen
OLLENDORFKlingt wie liebliche Musik. - Hat
OLLENDORFDiesen Helden, nie geschlagen,
OLLENDORFUeberall hochverehrt,
OLLENDORFDurft' ein Weib zu schlagen wagen,
OLLENDORFDer Gedanke mich empört.
OLLENDORFDie Erinnerung macht mich beben,
OLLENDORFMich so tätlich zu insultieren'!
OLLENDORFDoch soll sie etwas von mir erleben,
OLLENDORFMeine Rache spüren!
OLLENDORFWar es denn eigentlich
OLLENDORFGar so fürchterlich, -
OLLENDORFWarum ich so schwer gebüsst? Hai
OLLENDORFAch, ich hab' sie ja nur
OLLENDORFAuf die Schulter geküsst
OLLENDORFHier hab' ich den Schlag gespürt
OLLENDORFMit dem Fächer ins Gesicht. -
OLLENDORFAlle Himmelmillionendonnerwetter, heiliges Kanonenrohr.
OLLENDORFMir ist manches schon passiert,
OLLENDORFAber so etwas noch nicht!
OLLENDORF2
OLLENDORFDiese bettelstolze Dame
OLLENDORFWar beleidigt durch den Kuss,
OLLENDORFWährend das doch nur Reklame
OLLENDORFIhren Reizen machen muss!
OLLENDORFWenn man sonst mich insultierte,
OLLENDORFRächt ich's immer blutig schnell;
OLLENDORFArm und Beine amputierte
OLLENDORFIch wohl zwanzig im Duell.
OLLENDORFHa, ich wüte, schäume, rase,
OLLENDORFDürste nach Satisfaktion,
OLLENDORFUnd ich schwör's bei dieser Nase,
OLLENDORFSie bekommt noch ihren Lohn! - Ha!
OLLENDORFDie Blamage zu verschmerzen
OLLENDORFIch zu lächeln mich zwang,
OLLENDORFDoch es kochte Wut im Herzen,
OLLENDORFUnd das Lächeln, es misslang.
OLLENDORFJammervolle Grimassen schnitt ich,
OLLENDORFNicht zu zeigen, wie mir zu Mut,
OLLENDORFNahm es spasshaft zwar, doch im Innern litt ich…
OLLENDORFMir war gar nicht gut.
OLLENDORFUnd 's war, wenn den Grund man hört,
OLLENDORFNicht der Rede wert,
OLLENDORFWas ihr widerfahren ist. - Ha!
OLLENDORFAch ich hab' sie ja nur
OLLENDORFAuf die Schulter geküsst.
OLLENDORFSchauderhaft bin ich blamiert,
OLLENDORFAlle Welt heut davon spricht,
OLLENDORFMir ist manches schon passiert,
OLLENDORFAber so etwas noch nicht!
ADAMDie Welt hat das genialste Streben
ADAMSo miserabel stets gelohnt.
SYMONWer immer Pech gehabt im Leben,
SYMONWird endlich die Geschicht' gewohnt.
SYMONMein Geld, das bracht' ich durch aufs beste!
ADAMViel Gläubiger liess ich im Stich.
SYMONVerloren hab' ich Rock und Weste.
ADAMVerloren hab' manch Liebchen ich!
SYMONIch liess die Gläubiger im Stich.
ADAMVerloren hab' manch Liebchen ich!
SYMONDoch eines ich noch nicht verlor, den Humor.
ADAMDen Humor.
SYMONUnd bleibt uns der Humor nur treu,
SYMONIst alles Spielerei.
ADAMOb Plackerei und Flegelei,
ADAMOb Frömmelei, Verräterei.
SYMONOb Gaunerei, ob Gaukelei,
SYMONOb Quälerei der Polizei.
BEIDEOb Prahlerei, Windbeutelei,
BEIDEOb Schwärmerei, ob Rauferei,
BEIDEAus solchem Chaos bricht der Humor
BEIDEDann siegreich hervor;
BEIDEWie lichter Sonne Strahl bricht hervor
BEIDEDer Götterhumor!
BEIDEDrum einerlei, wo immer es sei,
BEIDEBleibt nur Humor uns treu,
BEIDESo sind wir stets dabei!
BEIDEOLLENDORF und OFFIZIERE
BEIDEEs blickt aus diesem Paar uns hervor,
BEIDEWie lichter Sonne Strahl bricht hervor
BEIDEDer Götterhumor!
BEIDEDrum einerlei, wo immer es sei,
BEIDEZur Gaukelei
BEIDESind brauchbar diese zwei!
CHORJuchheissa, hurra, die Messe beginnt
CHORDie herrliche Zeit, wo jeder gewinnt
CHORJuchheissa, hurra, die Messe ist da.
CHORDie Stunden der Freude sind nah,
CHORZu sehen gibt's heute allerlei,
CHORAuch viel Spass ist dabei,
CHORKomödie, Hanswurst, Reiterei,
CHORAndere Schnurrpfeiferei.
CHORZu finden ist hier auch
CHORFürs Geld mancherlei.
CHORDas Anschaun hat
CHORMan noch gratis dabei.
CHORDrum suchet und wählet
CHORNach Eurem Geschmack,
CHORUnd kaufet dann brav,
CHORHabt Geld Ihr im Sack.
CHORBald kommt auch der Rat
CHORIm vollen Ornat, der hohe Senat,
CHORDie Väter der Stadt. -
CHORHerbei nur geschwind, die Messe beginnt,
CHORWo alles gewinnt.
CHORJuchheissa, hurra, die Messe ist da,
CHORDie Stunden der Freude sind nah!
CHORPALMATICA, LAURA, BRONISLAWA (mit ONUPHRIE)
CHOREinkäufe machen sollten wir eigentlich.
CHORRecht hübsche Sachen wären hier sicherlich.
CHORWenn uns're Mittel auch nicht erlauben das,
CHORMüssen die Leute immer doch glauben das.
CHORKaufen zwar nirgendwo, aber wir tun doch so.
CHORSagen hier: Ah! Rufen dort: Oh!
CHORZucken die Achseln verächtlich: So - so!
PALMATICAWenn man, wie ich, so hochgeboren,
PALMATICAZerreisst das ordinäre Schrein
PALMATICADie fein organisierten Ohren;
PALMATICAMon dieu, wie klingt das doch gemein!
LAURADer Duft von diesem Pack
LAURAIst gar nicht mein Geschmack.
LAURAHier riecht's nach Pöbel sehr,
LAURAMon dieu, wie ordinär!
BRONISLAWASchon spür' ich Appetit,
BRONISLAWADas sag' ich ungeniert,
BRONISLAWAIch glaub', wir haben heut'
BRONISLAWANoch gar nicht dejeuniert!
PALMATICADen Hunger spürt nur die Canaille
PALMATICAUnd nur der Pöbel isst sich satt;
PALMATICADer wahre Adel hält auf Taille,
PALMATICANatürlich, wenn er eine hat!
ALLE DREIEinkäufe machen
usw.
ALLE DREI2
PALMATICADer alte Name, den wir tragen,
PALMATICANicht in Jahrhunderten verblich;
PALMATICAEr ist, das will schon etwas sagen,
PALMATICABedeutend älter noch als ich!
LAURAWo find' ich den Gemahl,
LAURADer würdig meiner Wahl?
LAURAKein and'rer kann mich frei'n,
LAURAEs darf ein Fürst nur sein!
BRONISLAWAWas soll mir Rang und Stand
BRONISLAWAUnd dünnes, blaues Blut?
BRONISLAWAIch will nur einen Mann,
BRONISLAWADer mir von Herzen gut!
PALMATICAGefühl passt nur für Untertanen
PALMATICAUnd nur der Pöbel liebt drauf los.
PALMATICADer wahre Adel hält auf Ahnen,
PALMATICAAuch wenn die Schulden riesengross.
ALLE DREIEinkäufe machen
usw.
SYSTEMLied
ADAM1
ADAMO wie töricht sind die Leut',
ADAMEin jeder will befehlen heut'.
ADAMKeiner will mehr gehorchen gern,
ADAMJeder spielt den grossen Herrn.
ADAMKeinem will's in den Kopf hinein,
ADAMDass es ein Glück ist: Diener sein!
ADAMUnd dass man nur als Herrscher preist
ADAMDen Mann, der weiss, was dienen heisst!
ADAM(:Mein höchstes Ziel auf dieser Welt
ADAMIst Diener nur zu sein;
ADAMDem Vaterland, den schönen Frau'n
ADAMWill ich mein Leben weih'n:)
ADAM2
ADAMMancher, der dünkt sich riesengross
ADAMUnd ist ein armer Knecht doch bloss.
ADAMMancher läuft in Livree herum,
ADAMDem gebührt ein Herzogtum.
ADAMNie ward des edlen Mannes Wert
ADAMDurch rechtes Dienen je entehrt.
ADAMUnd wer nicht kennt des Dienens Kunst,
ADAMDer hat von Herrschen keinen Dunst.
ADAMMein höchstes Ziel
usw.
OLLENDORFDas ist der Fürst Wybicki,
OLLENDORFDer grosse Millionär.
OLLENDORFEr ist, wie man versichert,
OLLENDORFDreizehn Millionen schwer,
OLLENDORFVielleicht noch etwas mehr.
OLLENDORFDa kommt der Fürst Wybicki,
OLLENDORFDer grosse Millionär.
PALMATICADer Mann gefällt mit sehr.
OLLENDORFDreizehn Millionen schwer,
OLLENDORFVielleicht noch etwas mehr -
PALMATICADas scheint mir durchaus kein Malheur.
BRONISLAWADen schweren Millionär,
BRONISLAWAIch gönn' ihn Laura sehr.
OLLENDORFHierher, mein Fürst, hierher!
OLLENDORFDa ist sie, schau'n Sie her!
SYMONFamos, famos, auf Ehr'!
OLLENDORFDas ist der Fürst Wybicki,
OLLENDORFDer grosse Millionär,
OLLENDORFDen ich hier vorzustellen
OLLENDORFMir nehme jetzt die Ehr'
OLLENDORFauf die Gräfin deutend
OLLENDORFDie Gräfinnen Nowalska!
SYMONEs ist mir eine Ehr'!
SYMONIch bin der Fürst Wybicki,
SYMONUnd freu' mich dessen sehr.
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWAEs ist uns eine Ehr'!
SYSTEMOLLENDORF, WANGENHEIM, RICHTHOFEN, HENRICI, SCHWEINITZ
auf einer Seite unter sich
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWABravo, bravo,
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWAEs geht ganz famos.
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWADas Spiel begann,
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWAGar bald ist's getan.
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWAEs reift unser Racheplan,
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWARacheplan, Racheplan!
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWASie beisst schon an,
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWAUnd er rückt heran.
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWAEr scheint ganz der rechte Mann,
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWARechte Mann, rechte Mann.
PALMATICALieber Fürst, Sie müssen schon verzeih'n,
PALMATICADass wir noch nicht so geschmückt,
PALMATICAWie's würde schicklich sein,
PALMATICAWenn uns ein Gast von solchem hohen Rang beglückt.
SYMONAch, Gräfin, braucht es Schmuck und Tand?
SYMONSchönheit strahlt auch in schlichtem Gewand.
SYMONOLLENDORF und OFFIZIERE
SYMONFamos, famos,
SYMONSuperb auf Ehr'!
LAURASeh' ich an
LAURADiesen jungen Mann,
LAURAWird mir klar,
LAURADass ich ihn lieben kann.
LAURAFein ist seine Manier,
LAURAEr ist durch und durch ein Kavalier
LAURAOLLENDORF und OFFIZIERE
LAURADas Spiel begann
usw.
OLLENDORFMach nur, dass sie dich liebt,
OLLENDORFIch steh' für alles ein.
OLLENDORFDass sie den Trug vergibt,
OLLENDORFLass meine Sorge sein!
OLLENDORFNur Mut,
OLLENDORFSpiele gut!
SYMONJa, schöne Frau, ich muss gesteh'n,
SYMONMan hat es wirklich schwer.
SYMONIch suchte lang umher;
SYMONDas Schönste wollte ich erspäh'n,
SYMONZu Land und auf dem Meer.
SYMONNun suche ich nichts mehr.
OLLENDORFGefesselt ist er hier allein.
OLLENDORFDie GRÄFINNEN
OLLENDORFMan kann nicht liebenswürdiger sein!
OLLENDORFSie gehen alle auf den Leim.
OLLENDORFOLLENDORF und OFFIZIERE
OLLENDORFBravo, bravo,
OLLENDORFEs geht ganz famos.
OLLENDORFDas Spiel begann
usw.
LAURAAh, ah, seh' ich ihn an
LAURADen jungen Mann,
LAURAAh, ah, das wäre mein Galan.
BRONISLAWASeh' ich an
BRONISLAWADiesen jungen Mann,
BRONISLAWAWird mir klar, dass ich nur lieben kann,
BRONISLAWAWer dies Herz gewann,
BRONISLAWANur wer dieses Herz für sich gewann!
PALMATICADieser Goldfasan,
PALMATICADas wär' der rechte, der rechte Mann.
PALMATICAJa, dieser Goldfasan,
PALMATICADas wär' der rechte, der rechte Mann!
SYMONIch trieb sehr viel Geographie,
SYMONPsychologie, Ethnographie.
ALLEO welche Phantasie!
SYMONOh, hören Sie erst, wie:
SYMON1
SYMONIch knüpfte manche zarte Bande,
SYMONStudierte die Pariserin,
SYMONDie schönsten Frau'n im Sachsenlande,
SYMONIn Deutschland, Ungarn und in Wien.
SYMONIch kenn' der Frauen Reiz im Süden,
SYMONNeapel, Rom, Florenz, Madrid,
SYMONDrang auch bis zu den Pyramiden,
SYMONNahm Afrika zum Teil noch mit!
SYMONHab' an des Ganges Strand gesessen
SYMONUnd tauschte dort gar manchen Kuss.
SYMONIch liebelte bei den Tscherkessen
SYMONMit schönen Frau'n des Kaukasus.
SYMONNoch schöner schien mir die Kreolin,
SYMONDoch all die Schönheit schnell verbleicht,
SYMONWenn man dagegen hält die Polin -
SYMONDer Polin Reiz bleibt unerreicht!
SYMON2
SYMONDie Polin hat von allen Reizen
SYMONDie exquisitesten vereint;
SYMONWomit die andern einzeln geizen,
SYMONBei ihr als ein Bukett erscheint.
SYMONDie Nase hat sie griechisch-römisch,
SYMONGlutaugen von der Spanierin,
SYMONDer üpp'ge Mund ist slawisch-böhmisch,
SYMONUnd lieblich wienerisch das Kinn.
SYMONVon der Pariserin das Füsschen,
SYMONUnd von der Britin die Figur,
SYMONVon allem Reizenden ein bisschen,
SYMONDoch immer grad' das Beste nur.
SYMONSie borgt sogar von der Mongolin
SYMONEtwas Pikanterie vielleicht -
SYMONUnd g'rade dadurch wird die Polin
SYMONVon keinem andern Weib erreicht!
ALLEUnd g'rade dadurch wird die Polin
ALLEVon keinem andern Weib erreicht.
PALMATICAHat ihn schon!
PALMATICADu bist die Seine,
PALMATICAEr ist der Deine,
PALMATICAJa, ist es wahr? Versteh' ich recht?
LAURAIch bin die Seine.
SYMONSie ist die Meine!
BRONISLAWAWie? Was? So rasch?
OLLENDORFDas geht nicht schlecht!
OLLENDORFEr ist der Ihre,
OLLENDORFIch gratuliere,
OLLENDORFIst also einig schon das Paar?
OFFIZIEREWie? Schon die Ihre?
SYMONJa, ich marschiere
SYMONGern im Sturmschritt, das ist wahr!
LAURAJa, die Seine!
SYMONAch, die Meine!
PALMATICA, BRONISLAWA, OFFIZIEREEr der Ihre, Gratuliere!
SYMONSie die Meine!
BRONISLAWASchon die Seine!
PALMATICAIch stolziere!
PALMATICABRONISLAWA und OFFIZIERE
PALMATICAGratuliere!
SYMONIch, der Ihre,
SYMONDeklariere:
SYMONWir sind einig ganz und gar!
OLLENDORFLasst beim Weine
OLLENDORFIm Vereine.
OLLENDORFLeben hoch das junge Paar!
LAURA, BRONISLAWA, PALMATICAEr ist der Meine (Deine),
LAURA, BRONISLAWA, PALMATICAIch (du) bin (bist) die Seine.
LAURA, BRONISLAWA, PALMATICAGanz überraschend kam's fürwahr!
LAURA, BRONISLAWA, PALMATICAEr (Sie) ist die Meine (die Deine),
LAURA, BRONISLAWA, PALMATICAUnd im Vereine
LAURA, BRONISLAWA, PALMATICABringt alles frohe Wünsche dar.
SYMONIch bin der Deine,
SYMONDu bist die Meine,
SYMONWie, ist's denn wahr?
SYMONJa, es ist klar
SYMONUnd offenbar,
SYMONWir sind ein Paar!
WANGENHEIMOh, die Feine,
WANGENHEIMFing ihn schnell fürwahr.
WANGENHEIMOLLENDORF und OFFIZIERE
WANGENHEIMSie wird die Seine,
WANGENHEIMSie traut dem Scheine,
WANGENHEIMSo wär' gelungen schon das eine.
WANGENHEIMJa, es ist klar,
WANGENHEIMSie sind ein Paar,
WANGENHEIMDas ging sehr schnell fürwahr.
ALLEEr ist der Ihre
usw.
ROYIch serviere,
ROYAufzuwarten,
ROYVor der Türe,
ROYAuch im Garten,
ROYWo den Damen es gefällt.
OLLENDORFDas Diner, das ich bestellt!
SYMONJammermensch, wie kannst du's wagen,
SYMONSolchen Quark zu bieten hier?
SYMONNur das Beste aufgetragen!
SYMONNichts ist heut zu teuer mir!
SYMONNichts! Nichts!
SYMONFort! Fort damit! Hinweg! Hinaus!
SYMONMeinen Auftrag führe aus!
SYMONDas Diner muss superfein,
SYMONSolchen Tages würdig sein!
SYMONZeig uns, was dein Haus enthält,
SYMONWie die Keller sind bestellt!
OLLENDORFUnd das alles für mein Geld! Hui!
OFFIZIEREElement, das kostet Geld!
SYMONIch der Ihre,
SYMONHeut traktiere
SYMONIch mit Wonne eine Welt!
SYMONInvitiere,
SYMONArrangiere
SYMONAlles, wie es mir gefällt!
OLLENDORFAber alles für mein Geld!
RICHTHOFENLasst den Wein in Strömen fliessen,
RICHTHOFENAlle sollen froh geniessen
RICHTHOFENUnd sich ihres Glückes freu'n,
RICHTHOFENWeil's dem Fürsten so gefällt,
RICHTHOFENSollen alle lustig sein!
OLLENDORFAber alles für mein Geld!
OFFIZIEREElement, das kostet Geld!
SYMONDie ganze Messe lad' ich zum Mahle,
SYMONIch bezahle, ich bezahle!
SYMONFreunde, schonet nicht das Geld,
SYMONIch bezahle, was bestellt!
OLLENDORFAlles nur mit meinem Geld!
SYMONHa, nichts ist zu kostbar, nichts zu schön!
SYMONIch will mein Bräutchen heiter seh'n
SYMONWill beglücken alle Welt.
SYMONAch, vielleicht wird über Nacht
SYMONAll der Pracht ein End' gemacht!
OFFIZIEREDie Geschichte kostet Geld! Hui!
LAURAWelch edler Kavalier!
LAURAWie seine Grossmut mir gefällt!
OLLENDORFDoch kostet's schweres Geld!
ALLEEin Hoch dem jungen Paar!
SYMONWie Tränenperlen
SYMONDiese Augen hold verklären!
SYMONOb sie das Glück gebar,
SYMONLass, Teure, mich jetzt hören!
LAURAEin vaterländisch' Lied
LAURASoll dich die Deutung lehren!
ALLESo ist es recht, lasst hören!
ALLEEin vaterländisch' Lied lasst hören!
SYMONHöchste Lust und tiefstes Leid -
SYMONDie Träne macht euch ähnlich beid'!
SYMONDen Schmerz, das Glück,
SYMONSie strahlt's zurück,
SYMONSo hell und rein
SYMONIm Widerschein;
SYMONSo kann Freude
SYMONGleich dem Leide,
SYMONLust und Pein
SYMONSich ähnlich sein!
LAURADoch wenn's im Lied hinaus dann klinget,
LAURALa, la, la, la!
LAURAWenn jubelnd sich's zum Himmel schwinget,
LAURALa, la, la, la!
LAURAMacht schnell die Weise offenbar,
LAURADass sel'ges Glück sie nur gebar,
LAURAIn andern Tönen klagt wohl Leid,
LAURADiese atmen Lust und Freud!
LAURAWenn im ros'gen Schimmer Morgenboten strahlen,
LAURAWenn nach düstrer Nacht der junge Tag erglüht,
LAURAIn bunter Farbenpracht sich Tal und Höhen malen,
LAURASchwingt zum Aether sich der Lerche Jubellied,
LAURADas klaget nimmermehr von Leid und Traurigkeit,
LAURAEs kündet nichts als Lust und wahre Seligkeit!
LAURAJa, wenn im Lied hinaus es klinget,
LAURAla, la, la, la!
LAURAWenn jubelnd sich's zum Himmel schwinget,
LAURAla, la, la, la!
LAURAMacht schnell die Weise offenbar,
LAURADass sel'ges Glück sie nur gebar.
LAURAIn andern Tönen klaget Leid,
LAURADiese atmen Lust und Freud!
LAURALasst die Lieder klingen,
LAURAKunde bringen,
LAURALasst sie verraten laut,
LAURADass glücklich hier die Braut!
LAURAJeder Ton
LAURASpricht davon,
LAURAAh! - Ah!
LAURAJeder Laut
LAURASagt's vertraut!
LAURAHell dann, wie Glockenklang,
LAURASchallet der Jubelsang,
LAURAWenn im Lied hinaus es klinget,
LAURAla, la, la, la!
LAURAWenn jubelnd sich's zum Himmel schwinget,
LAURAla, la, la, la!
LAURAWird durch diese Weise offenbar,
LAURADass sel'ges Glück sie nur gebar.
LAURAIn andern Tönen klagt wohl Leid,
LAURADiese atmen nur Freud!
CHORLasst froh hinaus das Lied nun klingen,
CHORTrallala, trallala, la!
BRONISLAWAHört doch, was soll das sein?
RICHTHOFEN's ist unsere schöne neue Regimentskapelle,
RICHTHOFENDie ich hieher hab' kommandiert,
RICHTHOFENDamit zur Messe und zum Feste
RICHTHOFENSie sich produziert.
CHORBei solchem Feste,
CHORTun wir das Beste
CHORMit Trommeln und Trompetenschall,
CHOREs ist willkommen überall.
CHORWenn wir erscheinen
CHORZuckt's in den Beinen,
CHORVon unserm Tschindra gepackt
CHORMarschiert das Volk im Takt!
RICHTHOFENIch schlag' in die grosse Trommel fest hinein,
RICHTHOFENDann wird aus Rand und Band gleich alles sein.
RICHTHOFENSie ist mein Lieblingsinstrument
RICHTHOFENUnd macht Radau, potz Himmelsapperment!
RICHTHOFENNur zu, immer fest hinein,
RICHTHOFENDas muss sein.
RICHTHOFENUnd jeder Mann,
RICHTHOFENSpiel so laut er kann.
RICHTHOFENAuf's Piano sind sie nicht einstudiert,
RICHTHOFENNur fest, nur forte musiziert!
RICHTHOFENBei solchem Feste usw.
OLLENDORFFür Euren Eifer sollt belobet Ihr sein,
OLLENDORFSollt Euch mit allen hie der Freude nun weih'n!
LAURAFreudenvoll das Herz mir schlägt,
LAURASeh' rings ich alles lustbewegt,
LAURAUnd wenn im Lied hinaus es klinget,
LAURATrallala, la!
LAURAWenn jubelnd sich's zum Herzen schwinget,
LAURALa, la, la, la!
LAURAMacht schnell die Weise offenbar,
LAURADass sel'ges Glück sie nur gebar,
LAURAIn andern Tönen klagt wohl Leid,
LAURADiese atmen Lust und Freud.
LAURACHOR und ENSEMBLE
LAURAUnd wenn im Lied hinaus es klinget usw.
LAURABei solchem Feste
usw.
SYSTEMZWEITER AKT
Salon im Palais Nowalska - Familienbilder
Im Hintergrund Tür mit Ausblick in eine Halle
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA, ZOFENEinen Mann hab' ich (hat sie) gefunden,
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA, ZOFENOh, welch' langersehntes Glück,
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA, ZOFENAlle Schatten sind entschwunden
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA, ZOFENVor dem hellen Sonnenblick.
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA, ZOFENSeht, wie sich das Glück gewandt!
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA, ZOFENNun heisst's Toilette machen,
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA, ZOFENDa der Fürst so schöne Sachen
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA, ZOFENMit den Zofen uns gesandt.
BRONISLAWAMan kann sich sehen lassen.
PALMATICAWird denn auch alles passen?
LAURAKaum kann ich mich noch fassen.
ALLE DREIEinen Mann hab' ich (hat sie) gefunden,
ALLE DREIO langersehntes Glück,
ALLE DREIAlle Schatten sind entschwunden
ALLE DREIVor dem hellen Sonnenblick.
BRONISLAWADas schöne, neue Kleid
BRONISLAWAIst zwar ein wenig weit,
BRONISLAWADoch ist mir das g'rad recht,
BRONISLAWAWeil ich viel essen möcht'!
BRONISLAWASpiegel her - lasst doch seh'n!
BRONISLAWASo ist's recht - so wird's geh'n!
LAURAZofen, kommt - all' zu mir!
BRONISLAWAZofen, bleibt - bleibt bei mir!
ZOFENBitte!
PALMATICAZofen, he! - Helft erst mir!
ZOFENBitte!
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWAEs wird schon geh'n, macht es auch Plag',
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWANichts ist zu schön für diesen Tag.
ZOFENBitte! - Bitte!
PALMATICADies neue Prachtgewand
PALMATICAMich leider etwas spannt,
PALMATICAIst reichlich enge mir
PALMATICAUnd drückt mich hier und hier.
PALMATICAMacht es zu, doch gebt acht,
PALMATICADass es nicht platzt und kracht!
ZOFENBitte! - Bitte! - Bitte!
LAURADies Kleid steht mir so gut
LAURAWie keines je vorher,
LAURAEs passt vor allem sehr
LAURAZu meinem blauen Blut.
zu den Zofen
LAURASpiegel her, lasst mich seh'n;
LAURADass ich jung, - dass ich schön!
BRONISLAWAZofen, kommt - all' zu mir!
LAURAZofen, bleibt - bleibt bei mir!
PALMATICAZofen, he! - Helft erst mir!
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWAEs wird schon geh'n, macht es auch Plag',
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWANichts ist zu schön für diesen Tag!
ZOFENBitte! - Bitte!
PALMATICAJa, Kinder, folget immer meinen weisen Lehren,
PALMATICADann werdet ihr des wahren Glückes nie entbehren.
PALMATICAUnd wenn es je trotzdem geschäh',
PALMATICADass in der Eh' etwas entsteh' -
LAURASchon gut, Mama, ich weiss es ja,
LAURAMach' Ihrer Lehr', ganz sicher Ehr'! - Ah!
LAURADie Eh' macht dann erst Spass der Frau,
LAURAGehorcht der Mann genau
LAURAAuf jeden Wink, und deshalb wird
LAURAEr hübsch dressiert, dass er pariert.
LAURAZeigt man gleich anfangs Energie
LAURAUnd scheuet nicht die Müh',
LAURAErreicht man bald das schönste Ziel,
LAURAGewonnen ist das Spiel!
LAURAWenn man ihm in schwachen Stunden
LAURAKlug die Flügel hat gebunden,
LAURAIst er auch zu and'rer Zeit,
LAURANachzugeben gleich bereit.
LAURAMan beginnt mit süssem Schmeicheln,
LAURASanften Bitten, Demut heucheln:
LAURALiebes Männchen, sei so gut!
LAURADann fehlt ihm zum "Nein" der Mut.
LAURADoch will Widerspruch er wagen,
LAURASo beginnt man leis' zu klagen,
LAURANimmt dann Tränen noch hinzu
LAURAUnd lässt ihm keine Stunde Ruh'.
LAURABeugt er noch nicht seinen Willen,
LAURAJammert man nicht mehr im stillen,
LAURAFängt zu schrei'n, zu toben an
LAURAUnd zerschlägt das Porzellan.
LAURAWirft den Spiegel dann in Trümmer,
LAURAFällt in Krämpfe, ruhet nimmer,
LAURABis die Ohnmacht kommt zuletzt.
PALMATICA, BRONISLAWASo wird alles durchgesetzt.
LAURAAh, die Eh' macht dann erst Spass der Frau,
LAURAGehorcht der Mann genau
LAURAAuf jeden Wink, und deshalb wird
LAURAEr hübsch dressiert, dass er pariert.
ALLE DREIDie Eh' macht dann erst Spass der Frau,
ALLE DREIGehorcht der Mann genau
ALLE DREIAuf jeden Wink, und deshalb wird
ALLE DREIEr anfangs gleich dressiert!
ADAMDurch diesen Kuss sei unser Bund geweiht
ADAMFür alle Zeit - fest gefasst ist mein Entschluss!
BRONISLAWAO schweigt - ich ging zu weit!
ADAMWie, wär dir's leid?
ADAMStill, lass uns noch verschweigen,
ADAMWas uns erfüllt mit Glück.
ADAMKein Laut mag davon zeugen,
ADAMVerraten soll's kein Blick!
BRONISLAWADie Blumen werden's verraten,
BRONISLAWAMit denen ich geschmückt;
BRONISLAWADa du umarmt mich hieltest,
BRONISLAWAHast du sie arg zerdrückt!
ADAMDie Blumen dienten immer
ADAMDort, wo Lieb' Gewährung hofft;
ADAMEs trug ihr bunter Schimmer
ADAMVerschwiegene Botschaft oft.
ADAMDurch sie wird kein Verrat entsteh'n.
BRONISLAWANoch weiss ich kaum, wie's konnt' gescheh'n!
ADAMMit der Liebe Fessel binden.
ADAMLasse innig dich an mich.
ADAMDass sie fest, sollst du empfinden,
ADAMDoch nicht drücken soll sie dich!
ADAMNur das eine bitt' ich dich:
ADAMLiebe mich, liebe mich!
BRONISLAWASchau mir nicht ins Aug' so lange,
BRONISLAWASchau mich nicht so innig an.
BRONISLAWAVor dem Zauber wird mir bange,
BRONISLAWADem ich nicht entzieh'n mich kann!
BRONISLAWANur das eine fühle ich:
BRONISLAWALieben muss ich dich!
BEIDEHalte fest in Sturmeswehen,
BEIDEWenn Gefahren uns bedräu'n!
BEIDEWas auch mag entgegenstehen,
BEIDEIch will stark und mutig sein.
BEIDENur das eine bitt' ich dich:
BEIDELiebe mich - Liebe mich!
ADAMBald naht die frohe Stunde,
ADAMDa sag' ich ihr, wer ich bin,
ADAMUnd tret' als Herzog Adam
ADAMVor die strahlende Liebste hin.
ADAMDann heb' ich sie als Herzogin
ADAMEmpor zu mir auf mein Pferd.
ADAMJa, solch hoher Kampfpreis
ADAMIst den Einsatz des Lebens wert!
ADAMGekommen ist die Zeit,
ADAMDie Freunde steh'n bereit;
ADAMVorbei des Wartens Qual:
ADAMBald geb' ich das Signal!
ADAMDa tönt mein Horn in der stillen Nacht, trara, trara!
ADAMVon seinem Rufe das Volk erwacht, trara, trara!
ADAMUnd immer lauter es rings erschallt,
ADAMDurchbraust das Land mit Sturmgewalt.
ADAMTrara! strömt es herbei,
ADAMUnd es erfüllet die Lüfte mit Jubelgesehrei!
ADAMWohlauf zum Kampf, wohlauf zur Tat!
ADAMEilet herbei, der Freiheit Stunde naht.
ADAMDie Fahne trag ich euch voran;
ADAMFolget mir nach auf kühner Bahn!
ADAMWohlauf zum Kampf, wohlauf zur Tat!
ADAMEilet herbei, der Freiheit Stunde naht,
ADAMUnd keiner bleibt da feig zurück,
ADAMGilt es der Heimat und der Liebe Glück!
SYMONSoll ich reden? Darf ich schweigen?
SYMONTeuer ist jetzt guter Rat.
SYMONAch, ich bin durch ihre Liebe,
SYMONHalb beglückt, halb desparat.
LAURAWelch ein Seufzer bang und schwer!
LAURARede doch, was ist gescheh'n?
SYMONWenn sie nur so hübsch nicht wär',
SYMONAch, dann würd' es leichter geh'n!
SYMONSoll ich reden? Darf ich schweigen usw.
LAURAEr hat etwas zu verschweigen,
LAURAJa, das seh' ich in der Tat!
LAURADoch ich will nicht Neugier zeigen,
LAURADenn das wär' undelikat.
SYMONIch möcht etwas fragen dich.
LAURAGern geb' ich Antwort dir, so sprich!
LAURASo sprich! So sprich!
SYMONIch setz' den Fall,
SYMONIch wär' durchaus nicht hochgeboren,
SYMONIch setz' den Fall,
SYMONIch hätte Geld und Gut verloren,
SYMONIch setz' den Fall, '
SYMONDass meine Herkunft ordinär,
SYMONIch setz' den Fall,
SYMONDass ich ein Vagabund nur wär',
SYMONIch setz' den Fall,
SYMONDass von Millionen keine Spur,
SYMONIch setz' den Fall,
SYMONDass alles dieses Schwindel nur -
SYMONGeliebte! Geliebte!
SYMONKönntest du das je verzeih'n?
SYMONIch setz' nur den Fall.
LAURAWas fällt dir ein?
LAURAAch! Und wärst du arm, träfe dich Schmach,
LAURAWahre, inn'ge Liebe, sie fragt nicht danach!
LAURANicht lockt mich Reichtum, prunkender Schein,
LAURAIch will dein Herz nur allein!
SYMONUnd doch - kam es zuweilen vor,
SYMONDass sich die Liebe dann verlor.
LAURANein! Und wärst du arm
usw.
SYMONWelch süsse Lust
SYMONHebt meine Brust.
SYMONInnige Liebe bedeckt meine Schmach,
SYMONNicht lockt dich Reichtum, prunkender Schein,
SYMONNein, du willst nur mein Herz allein!
LAURAAuch ich möcht' etwas fragen dich.
SYMONGern geb' ich Antwort dir, so sprich!
SYMONSo sprich! So sprich!
LAURAIch setz' den Fall,
LAURAEs kämen and're schöne Frau'n,
LAURAIch setz' den Fall,
LAURADu würdest gern nach ihnen schaun,
LAURAIch setz' den Fall,
LAURAEs lacht dich eine zärtlich an,
LAURAIch setz' den Fall,
LAURAWirst du auch widerstehen dann?
LAURAIch setz' den Fall,
LAURADass meine Wangen einst verblüht,
LAURAIch setz' den Fall,
LAURADass einst die Zeit drauf Furchen zieht.
LAURAGeliebter! Geliebter!
LAURAWirst du treu mir dann noch bleiben?
LAURAIch setz' nur den Fall.
SYMONWas fällt dir ein?
SYMONHa, dich nur lieb' ich so inniglich,
SYMONDir will ich leben, für dich sterbe ich.
SYMONTreu schlägt dies Herz in meiner Brust,
SYMONTeile mit dir Schmerz und Lust!
LAURANun denn, es kam zuweilen vor,
LAURADass sich die Liebe dann verlor!
SYMONNein, dich nur lieb' ich so inniglich usw.
LAURAWie bebt die Brust
LAURAVor Liebeslust!
LAURADir will ich leben, für dich sterbe ich!
LAURATreu schlägt dies Herz hier in meiner Brust.
LAURAMit dir teil' ewig ich Schmerz und Lust.
SYSTEMDuett
RICHTHOFENWarum sich lang besinnen?
RICHTHOFENNur frisch drauf los, aufs Ziel!
RICHTHOFENAls Mann ist man verwegen
RICHTHOFENUnd wagt ein hohes Spiel.
RICHTHOFENWie auch die Würfel fallen,
RICHTHOFENMan. schickt sich eben drein,
RICHTHOFENUnd sagt sich, wenn es schief geht,
RICHTHOFENEs wird so schlimm nicht sein!
SYMONDas sind mir schöne Lehren,
SYMONMein kecker, junger Wicht,
SYMONErspart Euch Eure Weisheit,
SYMONBei mir verfängt sie nicht!
SYMONWer so frivol kann denken
SYMONUnd solche Reden führt,
SYMONDer hat, Ihr dürft mir's glauben,
SYMONDie Liebe nie gespürt;
SYMONDies Herz entbrennt in reiner Glut,
SYMONIch weiss, wie wahre Liebe tut!
RICHTHOFENIst's Euer Ernst?
SYMONIch schwör's -auf Ehr'!
RICHTHOFENBei Gott, ich kenne Euch nicht mehr!
RICHTHOFENIch hab' Euch stets betrachtet
RICHTHOFENAls fröhlichen Kumpan,
RICHTHOFENDass Ihr jetzt seufzt und schmachtet,
RICHTHOFENWas ist denn schuld daran?
SYMONJa, mich bezwang der Liebe Macht!
RICHTHOFENDas hätt' ich nie von Euch gedacht!
SYMONBegreift Ihr jetzt?
RICHTHOFENVielleicht!
SYMONSo wisst:
SYMONNur treue Liebe glücklich ist.
SYMONIhr meint, die Lieb' sei blosse Spielerei,
SYMONIhr lacht und küsst und denkt Euch nichts dabei.
SYMONDoch ach, gar schnell verrauschet der Genuss,
SYMONUnd was Euch bleibt, ist nur der Ueberdruss.
SYMONDoch wer wie ich aus reinem Herzen liebt,
SYMONDer weiss, dass es nur eines gibt:
RICHTHOFENIch halt' die Lieb' für blosse Spielerei,
RICHTHOFENIch lach' und küss' und denk' mir nichts dabei.
RICHTHOFENMag sein, gar schnell verrauschet der Genuss,
RICHTHOFENMag sein, was bleibt, ist nur der Ueberdruss;
RICHTHOFENVielleicht, wer so aus reinem Herzen liebt,
RICHTHOFENDer weiss, dass es nur eines gibt:
BEIDETreu und beständig will ich sein,
BEIDENur ihr allein mein Herze weih'n.
BEIDESelbst Tod und Verderben uns nicht entzweit,
BEIDEIhr will ich gehören in Ewigkeit!
BEIDEPAGEN und DAMEN
BEIDEGlückliche Braut, dir strahlet hell das Leben,
BEIDESchon naht der Mann, dem du ergeben,
BEIDESeht uns bereit, zu geben Euch Geleit.
BEIDEDer Bund wird geweiht für alle Zeit!
SYMONWas wird geschehn? Wie wird das geh'n?
SYMONKaum trau ich mich, sie anzuseh'n!
OLLENDORFBefällt Euch Angst so nah am Ziel?
SYMONDas nicht - doch wird mir etwas schwül!
SYMONSie nickt mir zu! Hat sie gelesen,
SYMONWer, was und wo ich einst gewesen?
OLLENDORFGewiss!
PALMATICAHerr Schwiegersohn!
ADAMNur Mut!
SYMONJetzt geht es schief!
SYMONEin Wort! Las Laura meinen Brief?
PALMATICANatürlich!
SYMONDann ist alles gut!
SYMONGeliebte, kannst du mir verzeih'n?
LAURAWas hätt' ich wohl dir zu verzeih'n?
LAURAIch will dein Herz, nur dein Herz allein!
SYMONOh, wie mich deine treue Liebe glücklich macht!
SYMONOLLENDORF und OFFIZIERE
SYMONIhr habt die Rechnung ohne uns gemacht!
SYMONWas ich (er) ersann, gar bald ist's getan,
SYMONEs reift unser Racheplan,
SYMONRacheplan, Racheplan!
SYMONEr wird ihr Mann, blamiert ist sie dann
SYMONUnd wahrlich sehr übel dran,
SYMONÜbel dran, übel dran!
OLLENDORFJagt sie dann hinaus den Mann,
OLLENDORFBiet' ich mich als Tröster an!
SYMONWohlan!
ALLEGlückliche Braut, dir strahlet hell das Leben
usw.
OLLENDORF1
OLLENDORFSeit ich als Feldherr tätig,
OLLENDORFIst mir der Kriegsgott gnädig;
OLLENDORFSeit mehr als zwanzig Jahren
OLLENDORFTreib' ich den Feind zu Paaren.
OLLENDORFNur manchmal, wenn die Feigen
OLLENDORFMir ihre Zähne zeigen,
OLLENDORFDann krieg' ich Nasenstüber,
OLLENDORFSchwamm drüber!
OLLENDORF2
OLLENDORFDer wahre Völkerfrieden
OLLENDORFIst endlich uns beschieden;
OLLENDORFMit Krieg und Kriegsmaschinen
OLLENDORFIst nichts mehr zu verdienen;
OLLENDORFDie Industriemagnaten
OLLENDORFSind arg in Not geraten.
OLLENDORFSo was von Friedensfieber!
OLLENDORFSchwamm drüber!
OLLENDORF3
OLLENDORFSo manchen deutschen Grafen
OLLENDORFLässt Grossmama nicht schlafen.
OLLENDORFZwar war sie gut bei Kasse,
OLLENDORFDoch leider fremd von Rasse.
OLLENDORFDies ist ihm heut' sehr peinlich,
OLLENDORFD'rum denkt der Graf wahrscheinlich:
OLLENDORF'ne arische wär' mir lieber -
OLLENDORFSchwamm drüber!
CHORKlingel, Feierglocken, klinget,
CHORHallend in die Ferne dringet!
CHORUnd die Freudenkunde bringet,
CHORDass vereint sie am Altar.
CHORLasst in unsere Jubelsänge
CHORMischen sich die Feierklänge,
CHORFreudenrufe, Festgedränge,
CHORGebt Geleit dem edlen Paar!
OLLENDORFSie sind vereint, es ist gescheh'n,
OLLENDORFBald wird der Spass zu Ende geh'n,
OLLENDORFSeht nur auf mich,
OLLENDORFUnd macht's wie ich,
OLLENDORFDas Weitere findet sich.
OLLENDORFStill, da sind sie schon!
OLLENDORFZur Gratulation!
OFFIZIEREZur Gratulation!
OFFIZIEREOLLENDORF und OFFIZIERE
OFFIZIEREWir gratulieren dem holden Paar!
SYMONSie sind zu gütig!
SYMONOLLENDORF und OFFIZIERE
SYMONWir bringen freudig den Glückwunsch dar.
SYMONIch bitte sehr!
SYMONOLLENDORF und OFFIZIERE
SYMONDas Glück soll dauern bis hundert Jahr
SYMONUnd noch darüber unwandelbar!
SYMONIch bin nun glücklich, nichts fürcht' ich mehr.
SYMONOLLENDORF und OFFIZIERE
SYMONÜber Euch lache der Himmel klar,
SYMONÜber Euch wache der Engel Schar,
SYMONWende vom Haupte jede Gefahr.
SYMONWir meinen's ehrlich, aufrichtig, wahr.
SYMONVivat, hoch das junge Paar!
SYMONAuf immerdar.
SYMONWir gratulieren.
CHORWir gratulieren
usw.
OLLENDORFDer Pole trinkt galant
OLLENDORFChampagner aus seiner Dame Schuh,
OLLENDORFWeil's Sitte hier zu Land',
OLLENDORFTrink' aus dem Schuh der Braut ich Euch zu.
OLLENDORFUnd wer den Schuh zum Munde führt,
OLLENDORFEine Strophe dazu improvisiert!
ALLEWohlan, Wohlan!
ALLEDer Rundgesang fängt an!
ALLETrink' uns zu! Trink' uns zu!
ALLEAus der Schönen kleinem Schuh!
ALLEUnd berauscht bist du im Nu!
ALLE1
OLLENDORFWo ist der Pokal,
OLLENDORFEr sei von Kristall,
OLLENDORFVon Silber, von Gold,
OLLENDORFWie dieser so hold!
OLLENDORFDas Füsschen ist fein,
OLLENDORFDer Schuh dazu klein.
OLLENDORFNicht viel geht hinein,
OLLENDORFDrum schenkt öfter mir ein!
ALLETrink' uns zu
usw.
ALLE2
SYMONWär' drinnen statt Wein
SYMONNur Wasser ganz rein,
SYMONBerauscht würd' ich sein
SYMONVom Schuh nur allein!
SYMONO Zaubergenuss,
SYMONMir ist jetzt, als muss
SYMONIch drücken den Kuss
SYMONAuf den reizenden Fuss!
SYMON3
RICHTHOFENVon Schuhen, fürwahr,
RICHTHOFENGab's immer ein Paar.
RICHTHOFENSoll dieser allein
RICHTHOFENHier ledig nur sein?
RICHTHOFENEr, sagt mir, warum?
RICHTHOFENGeht einer nur um?
RICHTHOFENSo schafft mir herbei
RICHTHOFENDenn doch wenigstens zwei!
ALLETrink' nur zu
usw.
ALLE4
WANGENHEIMEs hat den Pokal
WANGENHEIMFür dies Bacchanal
WANGENHEIMEin Schuster gemacht,
WANGENHEIMWer hätt' das gedacht?
WANGENHEIMDoch nahm er das Mass
WANGENHEIMZum Füsschen allein,
WANGENHEIMUnd leider vergass
WANGENHEIMEr das Mass für den Wein!
ALLETrink' uns zu
usw.
ALLEDAMEN und HERREN
ALLEWohl ist hier zu Land'
ALLEDie Sitte bekannt,
ALLEMan fülle galant
ALLEDen Schuh bis zum Rand
ALLEChacun à son goût!
ALLEUnd raubt Euch die Ruh'
ALLEEin Schluck aus dem Schuh,
ALLEGlu, glu, glu, immerzu.
ALLETrink' uns zu
usw.
SYMONUnd nun frischauf zum Tanz,
SYMONNun stellt euch in Reih'n!
SYSTEMBallett
SYSTEMSzene
ENTERICH, PIFFKE, PUFFKE, CHORHeidahi, Heidaha!
ENTERICH, PIFFKE, PUFFKE, CHORSind wir auch nicht invitiert,
ENTERICH, PIFFKE, PUFFKE, CHORHeidahi, Heidaha!
ENTERICH, PIFFKE, PUFFKE, CHORDas hat uns noch nie geniert!
ENTERICH, PIFFKE, PUFFKE, CHORWir nehmen das nicht so genau,
ENTERICH, PIFFKE, PUFFKE, CHORRaubidibau, raubidibau!
ENTERICH, PIFFKE, PUFFKE, CHORWir nehmen das nicht so genau,
ENTERICH, PIFFKE, PUFFKE, CHORRaubidibau - bidibau!
LAURAWas gibt's, was soll das Singen?
PALMATICAMan sehe, wer ist da!
OLLENDORFNur ganz spezielle Freunde
OLLENDORFVom Bräutigam sind da!
ALLEWas ist das, was geschah?
ENTERICH, PIFFKE, PUFFKE, CHORHeidahi, heidaha
usw.
ENTERICHEntschuld'gen Sie, ich bin der Redner.
ENTERICHVerzeihen Sie - drum rede ich.
ENTERICHDie Herren sind lauter Vagabunden
ENTERICHUnd ich, ich heisse Enterich!
ENTERICHFür den Kollegen, der nu äben
ENTERICHSein Glück gemacht, ganz schauderhaft,
ENTERICHSoll dies Bukett ich übergeben
ENTERICHIm Namen der Genossenschaft!
PIFFKE, PUFFKE, GEFANGENEHeidahi, heidaha
usw.
SYMONWas soll ich jetzt beginnen?
PALMATICA, LAURA, BRONISLAWA, GESELLSCHAFTJa, sind wir denn von Sinnen?
LAURAWem gilt der Aufzug, sagt mir, wem?
ENTERICHEi nun, wem anders denn als dem?
ENTERICHSymon ist's, der Bettelstudent,
ENTERICHDer Vagabund, den jeder kennt!
ENTERICHOLLENDORF und OFFIZIERE
ENTERICHVor Zorn und Scham die Wange ihm brennt.
CHORDie Sache nimmt ein böses End'!
OLLENDORFVergönnt mir nur ein Wort!
OLLENDORFDer Wahrheit geb' ich die Ehre,
OLLENDORFObwohl mit grossem Schmerz,
OLLENDORFDass dieser Fürst Wybicki,
OLLENDORFWar nur ein kleiner Scherz!
OFFIZIEREWar nur ein kleiner Scherz!
OLLENDORFDie schönen Kleider sind geborgt,
OLLENDORFDas Geld von mir besorgt,
OLLENDORFDamit er, also ausstaffiert,
OLLENDORFBei Damen reüssiert!
LAURAWie, hab' ich recht gehört?
ALLEDie Schmach ist unerhört!
LAURADen Ohren trau' ich kaum.
ALLEIst's Wirklichkeit, ist's Traum?
SYMONUnd der Brief, den ich geschrieben?
OLLENDORFIst unbestellt geblieben!
LAURAO pfui, o pfui! Ganz unerhört ist der Skandal!
ALLEO pfui, die Schande! Pfui, solche,Schmach
ALLEWar noch nicht da, ganz unerhört
ALLEIst der Skandal - pfui!
SYMONWas beginn' ich nun? Was ist da zu tun?
OLLENDORFHahaha!
OLLENDORFWir steh'n gerächt nun da!
OLLENDORFZum allgemeinen Gaudium
OLLENDORFHab' Ich dies arrangiert! - Warum?
OLLENDORFAch, ich hab' sie doch nur
OLLENDORFAuf die Schulter geküsst,
OLLENDORFUnd der Schlag mit dem Fächer
OLLENDORFVergolten nun ist!
ALLEAch, er hat sie doch nur usw.
ALLERasch ging die Freude zu End' -
ALLENur ein Bettelstudent!
ALLEDas ist impertinent!
ALLEWelch unerhörter Skandal,
ALLEEr bleibt nun ihr Gemahl,
ALLEDie Schmach ist kolossal.
ALLEAch, er hat sie doch nur usw.
ALLENun ist zu End' der stolze Wahn,
ALLEGerächt, was sie ihm angetan.
ALLEGelungen ist der Racheplan!
SYSTEMDRITTER AKT
CHORLumpen, Bagage, Bettelstudent!
CHORSolche Blamage sei euch vergönnt!
CHORAch, diese Damen taten so dick
CHORMit noblen Namen, mit hohem Glück! -
CHORDoch wie die Sachen hier eben stehen,
CHORMuss man mit Lachen nach Hause geh'n! Ha, ha!
CHORAch, er hat sie ja nur auf die Schulter geküsst,
CHORDoch der Schlag ins Gesicht, er ist nun schwer gebüsst.
CHORHahaha! - Hahaha!
BRONISLAWA1
BRONISLAWADer Fürst soll nur ein Bettler sein,
BRONISLAWAVorbei der stolze Traum.
BRONISLAWADort drinnen jammern sie und schrei'n,
BRONISLAWAUnd mich, mich rührt es kaum.
BRONISLAWADas Schicksal stört ja oft die Ruh,
BRONISLAWABevor man's ahnt und denkt;
BRONISLAWAEin Umstand aber kommt dazu,
BRONISLAWADer mich besonders kränkt!
BRONISLAWA's ist schlimm, dass diese Störung
BRONISLAWASo g'rad' vor Tisch geschieht.
BRONISLAWADa kommt zum Seelenleide
BRONISLAWAAuch noch der Appetit!
BRONISLAWA2
BRONISLAWAMein Liebster ist, ich weiss es nicht,
BRONISLAWAVielleicht auch in Gefahr.
BRONISLAWADoch eine inn're Stimme spricht:
BRONISLAWAEr liebt mich treu und wahr.
BRONISLAWAUnd speis' ich einst an seiner Seit',
BRONISLAWAIst all mein Wunsch gekrönt;
BRONISLAWASchon hab' ich mir seit längerer Zeit
BRONISLAWADas Essen abgewöhnt.
BRONISLAWAWenn jetzt auch süsse Triebe
BRONISLAWABeglücken das Gemüt,
BRONISLAWAEs raubte mir die Liebe
BRONISLAWANoch nie den Appetit!
BRONISLAWA3
BRONISLAWAJa, mit der Lieb' ist's wunderlich,
BRONISLAWAUnd süss ist wohl ihr Kern.
BRONISLAWAMan sagt doch auch: Ich habe dich
BRONISLAWADirekt zum Fressen gern.
BRONISLAWAMir ist sie zwar noch kaum bekannt,
BRONISLAWADoch bilde ich mir ein,
BRONISLAWAEs wird mit ihr g'rad' so bewandt
BRONISLAWAWie mit dem Essen sein.
BRONISLAWAJa, will man's recht ermessen,
BRONISLAWAIst gar kein Unterschied:
BRONISLAWAAuch hier kommt wohl beim Essen,
BRONISLAWAErst recht der Appetit!
ab
SYMON1
SYMONIch hab' kein Geld, bin vogelfrei,
SYMONWill aber nicht verzagen.
SYMONDu, Jugendleichtsinn, steh' mir bei,
SYMONMein Schicksal zu ertragen.
SYMONBlas' ich schon Trübsal, sapperment,
SYMONTu ich's in bester Laune,
SYMONUnd zwar auf jedem Instrument,
SYMONSogar auf der Posaune!
SYMONTrotz allem Pech ein lustig' Lied:
SYMONSo, Schicksal, hau nur zu!
SYMONWir wollen seh'n, wer früher müd',
SYMONIch oder du!
SYMON2
SYMONHurra, der Leichtsinn lebe hoch!
SYMONTrotz sorgenschwerem Herzen
SYMONLehrt uns der wahre Leichtsinn noch
SYMONMit unserm Unglück scherzen.
SYMONKein Obdach, kein Kredit, kein Geld!
SYMONEs ist zum Teufelholen!
SYMONAch, was der Freund sagt, sei ein Held!
SYMONSo retten wir denn Polen!
SYMONTrotz allem Pech
usw.
SYSTEMLied
LAURAWie konnte das gescheh'n?
LAURAVerraten steh' ich hier;
LAURAVor Scham muss ich vergehn,
LAURADas Herz, es bricht mir schier!
LAURAWie blühte mir der Tag
LAURASo heiter und so schön,
LAURAUnd nun mit einem Schlag
LAURAMusst' alle Lust vergeh'n!
LAURAVon allen jetzt verlacht,
LAURAO Gott, ich fass es kaum,
LAURAWie bin ich aufgewacht
LAURAAus meinem holden Traum!
LAURANur ein Traum war all mein Glück,
LAURALeid und Trauer blieb zurück;
LAURAWie liegt so fern jene Stund',
LAURADa geküsst mich sein Mund,
LAURADa er kam und sein starker Arm
LAURASo warm an die Brust mich nahm.
LAURAAber nun bin ich, ach, ganz allein
LAURAUnd verzehr' mich in Liebespein.
LAURADu, mein Geliebter, bleibe mein,
LAURAWill immerdar dein eigen sein;
LAURASpür' deiner Küsse heisse Glut
LAURANoch immer erregend im Blut.
LAURAAll meine Sehnsucht ruft nach dir,
LAURAHöre mein Flehen, komm zu mir!
LAURADoch ach, vergebens klagt's durch den Raum,
LAURAVorbei der schöne Traum!
LAURAAch! Nur ein Traum usw.
LAURAO sel'ge Pein!
OLLENDORFStill, man kommt!
PALMATICADort steht der Patron!
SYMONAha, da kommen sie schon!
PALMATICA's ist am besten, ihm durch Schweigen
PALMATICADie Verachtung zu bezeigen;
PALMATICADieser Schwindler, dieser Wicht!
SYMONRuhig, Symon - rühr' dich nicht!
OLLENDORFMomentan muss man noch schweigen,
OLLENDORFDoch die Ehrfurcht zu bezeigen
OLLENDORFDem Herrn Herzog heischt die Pflicht!
SYMONRuhig, Symon - rühr' dich nicht!
ALLENoch kann ich kaum verstehen,
ALLEWas sich heute hier begab.
ALLEOLLENDORF und OFFIZIERE
ALLEWas ich erfahren hab'!
ALLEDoch wird man bald ja sehen,
ALLEWarten wir's ab, warten wir's ab!
PALMATICASchwindler!
OLLENDORFAch!
OLLENDORFRICHTHOFEN und WANGENHEIM
OLLENDORFSchwindler!
OLLENDORFOh!
PALMATICA, RICHTHOFEN, WANGENHEIMWart nur, du Bösewicht!
OLLENDORFAch, was machen Sie?
PALMATICA, WANGENHEIMSpitzbub!
OLLENDORFPst, aber!
PALMATICA, RICHTHOFEN, WANGENHEIMDu entgehst der Strafe nicht!
OLLENDORFAch, jetzt gibt's Malheur!
PALMATICAEinschleicher!
OLLENDORFGrässlich!
OLLENDORFRICHTHOFEN und WANGENHEIM
OLLENDORFEinschleicher!
OLLENDORFSchrecklich!
PALMATICAWarte nur, Halunke, Betrüger!
OLLENDORFSie beleid'gen ihn schwer.
WANGENHEIM, RICHTHOFENHa, sie beleidigt ihn schwer!
PALMATICATagedieb, Lump!
OFFIZIEREGenug, nicht weiter mehr!
PALMATICAGauner!
SYMONMadame -
PALMATICAVerführer!
SYMONBitte sehr!
PALMATICAFür die Galeere reif!
SYMONDas ist stark!
WANGENHEIMHa, sie ist ganz empört!
PALMATICAZuchthaus!
SYMONOh!
PALMATICADen Galgen!
SYMONGeduld!
PALMATICAVerdient solch ein Unterschleif.
SYMONBald wird's mir zu arg!
OLLENDORFUnerhört!
PALMATICAHochstapler!
SYMONZu viel!
PALMATICA, WANGENHEIMWart' nur!
SYMONZu viel ist das!
PALMATICAFür diese Prellerei
PALMATICAFasst dich noch die Polizei!
SYMONEndet die Schimpferei?
SYMONWer bleibt gelassen dabei?
SYMONOLLENDORF und OFFIZIERE
SYMONStill mit dem Geschrei!
SYMONEndet die Schimpferei!
SYMONDas halt' ich nicht aus.
SYMONNein, das dulde ich nicht,
SYMONDenn über den Spass
SYMONGeht mir jetzt die Geschicht'!
SYMONNein! Nein! Nein!
entschlossen
OLLENDORFDie halbe Stunde ist jetzt vorbei
OLLENDORFUnd ich erklär' jetzt laut und frei
auf Symon deutend
OLLENDORFHerr Herzog Adam Kasimir
OLLENDORFSteht als Gefang'ner hier!
SYMONWie? Gilt das mir?
erstaunt
OFFIZIEREWie? Dieser hier?
OLLENDORFHerr Herzog, Sie verzeih'n,
OLLENDORFDoch muss es sein.
SYMONWas fällt ihm ein?
ALLEHerzog Adam, Herzog Adam,
ALLEHerzog Adam soll der (soll ich - muss es) sein!
ALLEWie? Was?
PALMATICAHoheit!
OLLENDORFAch!
WANGENHEIMHoheit!
OLLENDORFAch!
WANGENHEIMNun heisst es höflich sein!
PALMATICAKönnen Sie uns verzeihn?
OLLENDORFNun heisst es höflich sein!
PALMATICASchwiegersohn!
PALMATICA, WANGENHEIMHerzog!
OLLENDORFBravo!
PALMATICAOh, sagen Sie nicht nein!
OLLENDORF, WANGENHEIMOh, nur recht artig sein!
PALMATICATeurer!
OLLENDORFHerrlich!
PALMATICAEdler!
OLLENDORFPrächtig!
PALMATICAWie wir uns herzlich freu'n!
OLLENDORF, WANGENHEIMWie sie sich herzlich freu'n!
PALMATICASchönster!
PALMATICA, WANGENHEIMBester Freund!
OFFIZIEREDiese Herzlichkeit!
PALMATICANobler!
SYMONSchon gut!
PALMATICAWir waren unbedacht!
SYMONLasst es sein!
OLLENDORFLasst es gut nun sein!
PALMATICASchätzbarster!
SYMONGenug!
PALMATICA, WANGENHEIMVerehrter!
SYMONHört auf!
PALMATICADas haben wir gleich gedacht!
SYMONDas ist so der Lauf.
OLLENDORFRührend ist's!
PALMATICAFeldherr!
SYMONDas kennt man schon!
WANGENHEIM, PALMATICASieger! Hoch, Adam Kasimir!
WANGENHEIM, PALMATICAAufrichtig huld'gen wir dir!
SYMONJa, das ist die Manier,
SYMONSo machen alle es hier.
OLLENDORFAch, auf die Manier
OLLENDORFMacht man es immer hier!
PALMATICAHa'b ich's doch geahnt schon lange,
PALMATICAUnd nun ist es mir ganz klar.
SYMONHa, die Wandlung dieser Schlange
SYMONIst fürwahr höchst wunderbar!
OLLENDORFAus den wichtigen Papieren,
OLLENDORFDie ich jetzt fand beim Visitieren,
OLLENDORFDer Beweis ganz deutlich spricht.
SYMONBitte sehr, ich leugne nicht!
SYMONDa Sie's ohnehin schon wissen,
SYMONSo werd' ich zugestehen müssen,
SYMONDass ich Herzog Adam bin!
PALMATICADann ist Laura - Herzogin!
OLLENDORFAllerdings, doch tut's mir leid,
OLLENDORFDass sie's nur auf kurze Zeit!
PALMATICA, WANGENHEIMWie?
SYMONWas sagten Sie eben?
OLLENDORFPolens Heil erheischt sein Leben!
SYMONPolens Heil erheischt mein Leben,
SYMONUnd im Notfall muss ich's geben!
OLLENDORFEs wird mit grösster Courtoisie
OLLENDORFDer Kopf ihm abgeschnitten!
SYMONWie? Meinen Kopf verlangen Sie?
OLLENDORFIch möchte darum bitten!
SYMONWenn Sie bitten gar so schön,
SYMONKann ich auch nicht widersteh'n!
SYMONSo nehmen Sie mich -
SYMONIst's um den Kopf auch schade!
OLLENDORFFührt in den Kerker ihn!
LAURAWas hör' ich? Haltet! Gnade!
LAURAGnade für ihn!
OFFIZIEREWas höre ich?
SYMONWas höre ich?
LAURAAch, ich habe ihm verzieh'n!
LAURADrum Gnade für ihn!
PALMATICAMein Kind, du weisst noch nicht!
SYMONSie weiss noch nicht!
ÜBRIGESie weiss noch nicht!
LAURAUnd was ihm auch droht,
LAURAIch teile die Not!
PALMATICAMein Kind, du weisst noch nicht!
SYMONSie weiss noch nicht!
ÜBRIGESie weiss noch nicht!
LAURAUnd muss es denn sein,
LAURASperrt mich mit ihm ein!
PALMATICAMein Kind, das geht ja nicht!
SYMONWarum denn nicht?
OLLENDORFDas geht ja nicht!
ÜBRIGEDas geht ja nicht!
PALMATICAMein Kind, der Irrtum ist fatal,
PALMATICAEin Herzog wurde dein Gemahl,
PALMATICADrum lass ihn dir nicht rauben!
LAURAEin Herzog? Soll ich's glauben?
LAURAOb Herzog er, ob Bettler sei,
LAURAIch bin sein Weib und will ihm treu
LAURAIn jeglicher Gefahr zur Seite steh'n!
PALMATICAO Himmel, was wird noch gescheh'n?
WANGENHEIMGar seltsam ist's, was hier gescheh'n!
WANGENHEIMRICHTHOFEN und BRONISLAWA
WANGENHEIMSo ist's recht, so ist es schön!
OFFIZIEREBald wird man sie als Witwe seh'n!
SYMONJetzt lach' ich jeglicher Gefahr,
SYMONBring selbst das Leben freudig dar,
SYMONZur Seite will sie treu mir steh'n,
SYMONNun möge, was da will, gescheh'n!
BRONISLAWAJetzt lacht er freudig der Gefahr,
BRONISLAWABringt, wenn es not, sein Leben dar.
BRONISLAWASie will ihm treu zur Seite steh'n,
BRONISLAWANun möge, was da will, gescheh'n.
ALLEFroher Mut erfüllt uns, dass es endet gut.
ALLEUnverzagt sei drum das kühne Spiel gewagt.
ALLESollte uns dann das Schicksal nicht den Sieg verleih'n,
ALLEJe nun, je nun, gefasst heisst es sein!
SYSTEMChor mit Solo
CHORDas Land ist frei, der Sieg ist da,
CHORDrum rufet laut: Viktoria!
CHORDer uns befreit von schwerem Joch,
CHORDer Herzog Adam lebe hoch!
ADAMDer grosse Plan ist glücklich uns gelungen,
ADAMUnd strahlend lacht das Leben wieder neu.
ADAMDen holden Frieden haben wir errungen,
ADAMNun denkt nicht mehr an Krieg und Kriegsgeschrei!
ADAMLiebend vereint reicht alle euch die Hand,
ADAMFreut euch im freien Vaterland!
CHORLiebend vereint reicht alle euch die Hand,
CHORFroh im freien Vaterland!
SYMONBefreit das Land,
SYMONGeknüpft das Band!
SYMONEin kühnes Spiel
SYMONFührt uns ans Ziel!
SYMONDer Liebe Macht
SYMONHat es vollbracht,
SYMONDass uns're List
SYMONGelungen ist!
SYMON, ADAM, LAURA, BRONISLAWABefreit das Land usw.
ALLEWas von Feinden gegen uns ersonnen war,
ALLEFührt grad zum Ruhrn, zum Siege wunderbar.
ALLEEben noch ringsum bedrohet von Gefahr,
ALLESteh'n wir vereint für immerdar!