Trennung

O. Feller

Die Wolken jagen, von Regen schwer,

im Walde braust es hohl;

die Ferne grau, die Felder leer -

leb' wohl, mein Lieb, leb' wohl!

Der letzte Blick, so warm und stumm,

der letzte Kuss im Leben!

O frage nicht: Warum warum?

Nie darf ich Antwort geben.

Die Wolken jagen für und für,

hohl braust's in Waldes Gründen!

Einst kommt eine Zeit, da werden dir

die bittern Zweifel schwinden,

Einst kommt eine Zeit, eine stille Zeit,

wo auch du mir, auch du vergeben,

dann wird wie ein Traum, wie ein süßer Traum

dies Leid an dir vorüberschweben.