Der Korb

O. Starcke

Ich habe keinen Schatz,

Und mag auch keinen haben;

Die Muhmen und die Basen,

Die rümpfen ihre Nasen, --

Für hergelauf'ne Knaben

Weiß ich bei mir nicht Platz.

Die Andern mögen lachen

Und mir Gesichter machen, --

Ich habe keinen Schatz,

Und mag auch keinen haben.

Ich will den freien Blick

Vor Keinem niederschlagen;

Mein Mund will gar nichts wissen

Von bärtigen Stachelküssen,

Es thut mir wohl behagen

Mein lediges Geschick.

Mich soll man nicht bethören,

Ich will davon nichts hören,

Ich will den freien Blick

Vor Keinem niederschlagen.

Auch könnt' ich kaum besteh'n

Vor einem Schönheitskenner,

Weil meine braunen Augen

Zum Schmachten wenig taugen;

Zwar denk' ich: für die Männer

Bin ich noch viel zu schön!

Zum Schmuck für meine Haare

Entbehr' ich fremder Waare,

Doch könnt' ich kaum besteh'n

Vor einem Schönheitskenner.

Schlag' Er sich's aus dem Sinn,

Ich nehm' Ihn nicht, Herr Vetter!

Die kleinen Kinder wiegen,

Das ist ein schlecht Vergnügen.

Ich wünsch' Ihm gutes Wetter

Zur Weiterreise hin.

Mir weiß ich bess're Wochen

Als Thee und Milchbrei kochen --

Schlag' Er sich's aus dem Sinn,

Ich nehm' Ihn nicht, Herr Vetter!