Es war einmal ein feuchter Knab

P. Blumenthal

Es war einmal ein feuchter Knab,

Der trank sich still hinüber,

Stieß in den Rasen seinen Stab

Und hing den Hut darüber.

Barhäuptig unterm Wallnußbaum

Saß er im Gras und blies den Schaum

Und sah dann überm Kruge

Oft nach der Wolken Zuge.

Er sagte wohl: Ist denn der Mund

Gar nütze nur zum Sprechen?

Ich mein', er ist im Erdenrund

Das Trichterlein zum Zechen.

Ein Wirthshaus ist die ganze Welt,

Der Wirth wohnt überm Sternenzelt

Und tränkt, was trockenkehlig,

Was sündig und was selig.

Was giebt es also Bess'res nun,

Als schlemmen brav und demmen

Und sich ein gutes Trünklein thun,

Den Durst hinweg zu schwemmen?

Wer weiß, wozu der Staub so weht,

Warum der Krebs so rückwärts geht

Und wieviel uns im Leben

Trinktage noch gegeben?

Und als er seinen Letzten hob,

Gab er uns weise Lehre:

Fürwahr, es ist ein feines Lob,

Wenn sonder Schad' und Schwere

Ein ehrenfester Biedermann

Sein würdig Maß vertragen kann;

Das längert seinen Namen,

Und wer's begehrt, sprech' Amen!

Amen!