Lenzleid

P. Escher

Daß du Lenz gefühlt hast

In meiner Winterhülle,

Daß du den Lenz erkannt hast

In meiner Todstille. –

Nicht wahr, das ist Gram

Winter sein, eh der Sommer kam,

Eh der Lenz sich ausgejauchzt hat.

O, du! schenk mir deinen goldenen Tag

Von deines Blutes blühendem Rot.

Meine Seele friert vor Hunger,

Ist satt vom Reif –

O, du! Gieße dein Lenzblut

Durch meine Starre,

Durch meinen Scheintod.

Sieh, ich harre

Schon Ewigkeiten auf dich.