Treugedenken
P. Eulenburg-Hertefeld
Mein Lieb hat gold'nes Wellenhaar,
ein Grübchen in den Wangen,
in ihrem hellen Augenpaar
des Himmels Sterne prangen.
Es gab mir mit auf meinen Weg
ein Löcklein ganz von Golde,
daß ich es mir aufs Herze leg
und denke dein, du Holde!
Wie soll mein Lieb' ich denken dein?
Du schreitest mir zur Seiten,
in Wald, in Feld, im Sonnenschein,
und wenn sich Schatten breiten.
In dunkler Nacht hör' ich dein Lied,
dein sanftes süßes Grüßen;
wenn eine schwarze Wolke zieht
die blauen Blümlein sprießen!
Die Erde ist ein grüner Saal,
ich schreit' mit dir im Reigen!
die kleinen Vöglein allzumal,
die singen in den Zweigen!