Der Abschied
P. Rübner
Wenn Zwei, die sich am nächsten stehn,
Die Hand sich scheidend fassen,
Sollst du vor ihrem Abschied gehn
Und sie sich selber lassen.
Das heil'ge bittre Trennungsleid,
Wie könntest du es stören?
Die letzte bange Seligkeit
Soll ihnen ganz gehören!
Was sie in Thränen, Wort und Blick
Sich noch zu sagen eilen,
Das spricht ihr innerstes Geschick,
Das kann kein Dritter theilen.
Wenn auch nur Liebe voll und rein
Dich zu verweilen triebe,
Ach, du begehst doch Raub allein
Am Heiligthum der Liebe.