Herbstnacht

P. von Erdmannsdörfer-Fichtner

Einsam wandl' ich in der Herbstnacht

Unter den erstorb'nen Bäumen,

Ausgebreitet mir zu Häupten

Liegt ein Netz von gold'nen Träumen.

Sterne, die in allen Zweigen

Leuchtend, überzahllos hangen,

Ach! zu nah, sie zu entbehren,

Und zu lang, sie zu erlangen!

Und in diesem Lichtgefunkel

Zeigt sich mir das Bild der Fraue,

Die ich alle Tag' und Stunden

Traumhaft gegenwärtig schaue.

Die im Dunkel meiner Nächte

Mir ein Sternbild aufgegangen,

Ach! zu nah, sie zu entbehren,

Und zu lang, sie zu erlangen!