Sommers Ende

R. Brömel

Gleichtönig, leis und klagend rinnt

Den lauen Abend lang der Regen,

Hinweinend wie ein müdes Kind

Der nahen Mitternacht entgegen.

Der Sommer, seiner Feste müd,

Hält seinen Kranz in welken Händen

Und wirft ihn weg -- er ist verblüht --

Und neigt sich bang und will verenden.

Auch unsre Liebe war ein Kranz

Auflodernd heißer Sommerfeste,

Nun löst sich sacht der letzte Tanz,

Der Regen stürzt, es fliehn die Gäste.

Und eh wir der verwelkten Pracht

Und der erloschenen Glut uns schämen,

Laß uns in dieser ernsten Nacht

Von unsrer Liebe Abschied nehmen.