Vom Büblein, das überall mitgenommen hat sein wollen
R. Klein
Denk an! das Büblein ist einmal
Spazieren gangen im Wiesenthal.
Da wurd's müd gar sehr,
Und sprach: Ich kann nicht mehr,
Wenn nur was käme
Und mich mitnähme!
Da ist das Bächlein gefloßen kommen,
Und hat's Büblein mitgenommen;
Das Büblein hat sich aufs Bächlein gesetzt,
Und hat gesagt: So gefällt mir's jetzt.
Aber was mein'st du? das Bächlein war kalt,
Das hat das Büblein gespürt gar bald,
Es hats gefroren gar sehr,
Es sagt: Ich kann nicht mehr,
Wenn nur was käme
Und mich mitnähme!
Da ist das Schifflein geschwommen kommen,
Und hat's Büblein mitgenommen;
Das Büblein hat sich aufs Schifflein gesetzt,
Und hat gesagt: So gefällt mir's jetzt.
Aber siehst du? das Schifflein war schmal,
Das Büblein denkt: da fall' ich einmal;
Da fürcht es sich gar sehr,
Und sagt: ich mag nicht mehr,
wenn nur was käme
Und mich mitnähme!
Das ist die Schnecke gekroschen gekommen,
Und hat's Büblein mitgenommen;
Das Büblein hat sich ins Schneckenhäuslein gesetzt,
Und hat gesagt: So gefällt mir's jetzt.
Aber denkt! die Schnecke war kein Gaul,
Sie war im Kriechen gar zu faul;
Dem Büblein ging's langsam zu sehr,
Es sagt: Ich mag nicht mehr,
Wenn nur was käme
Und mich mitnähme!
Das ist der Reiter geritten gekommen,
Und hat's Büblein mitgenommen;
Das Büblein hat sich hinten auf's Pferd gesetzt
Und hat gesagt: So gefällt mir's jetzt.
Aber gieb Acht! das ging wie der Wind,
Es ging dem Büblein gar zu geschwind;
Es hopft darauf hin und her
Und schreit: Ich kann nicht mehr,
Wenn nur was käme
Und mich mitnähme!
Da ist ein Baum ihm ins Haar gekommen
Und hat's Büblein mitgenommen;
Er hat's gehängt an einen Ast gar hoch,
Dort hängt das Büblein und zappelt noch.
Das Kind fragt:
Ist denn das Büblein gestorben?
Antwort:
Nein! es zappelt ja noch!
Morgen gehen wir 'raus und thun's 'runter.