Der schönste Garten auf Erden

R. Kleinmichel

Der schönste Garten auf Erden,

Der liegt in Liebchens Herz --

Dürft' ich dort Gärtner werden,

Vorbei wär' aller Schmerz.

Wie wollt' ich die Hände regen

In meinem schönen Amt!

Wie wollt' ich sie pflegen und hegen,

Die Blümlein allesammt!

Wie wollt' ich sie hegen und ehren,

Die Blümlein, in stiller Hut!

Die Rose, die würd' ich nähren

Mit meines Herzens Blut.

Die sollte mir knospen und glühen,

Des Gartens Trost und Licht!

Und Lilien müßten blühen

Ringsum und Vergißmeinnicht.

Bis einst die Sense des Todes

Durch alle die Blümlein streift,

Und blaues weißes und rotes

In die dunkle Scheune schleift:

Dann lass' ich Liljen und Rosen,

Und mache die Augen zu;

Dann geht auch der Gärtner im großen,

Ewigen Garten zu Ruh'.