Gebet

R. Laquai

Wenn ich einmal vor deinem Antlitz stehe,

Dann denke, wie du mich allein gelassen,

Und denke, wie ich irrend in den Gassen

Verwaist und trostlos war in meinem Wehe.

Dann denke jener schrecklich dunklen Nächte,

Da ich in Not und heißem Heimweh bangte

Und wie ein Kind nach deiner Hand verlangte

Und da du mir versagtest deine Rechte.

Und denke jener Zeit, da ich als Knabe

Zu dir zurück an jedem Tage kehrte,

Und meiner Mutter, die mich beten lehrte

Und der ich mehr als dir zu danken habe.