Rosenschneien (Bergliederbüchlein 1730)

R. Leberl

In meines bulen gärtelein,

da lag ich da und schlief,

da träumte mir ein [Trämelein,

wie es] schneiet über mich.

Und da ich nun erwachte

und es war aber nicht;

Es waren die roten röselein,

die blüten über mich.

Ich brach mir die röslein abe

zu einem kranze,

Ich schickte sie meinem feinen lieb

zum lobetanze.

So baut ich mir ein häuselein

von petersilien;

Womit es war bedecket?

mit roten lilien.

Und da das haus gebauet war,

beschert mir gott ein weib,

Ein mägdel von achtzehn jaren,

der war gut wonen bei.