Jubelnde Lerchen singen den Frühling ein
R. Löw-Burckhardt
Jubelnde Lerchen singen den Frühling ein,
Schwirren und schweben droben im Sonnenschein,
Und aus den Tannen wie schlagen die Amseln so laut,
Wollt ihr mir grüßen meine herzliebste Braut?
Schmückst du dich, Himmel, so mit dem schönsten Blau,
Grünt ihr, o Fluren, und leuchtet ihr, Knospen, im Thau,
Lässest du schimmern, o Wald, dein prächtigstes Licht,
Weil euch entzücket wie mich ihr lachend Gesicht?
Raget ihr, Berge, heut gar in so strahlender Pracht,
Weil ihr in Minne von fern meiner Holden gedacht?
Dank dir, o Frühling! so schön, ja so schön warst du nie,
Aber vergieb mir, ich sehe nur sie doch, nur sie!
Kannst du mir's zürnen, du trauter, wonniger Tag,
Daß ich nicht jauchzend dich heute zu preisen vermag?
Ach, nur ein Lächeln, ein einziger Blick nur von ihr,
Lenz, ist viel schöner, viel schöner, als all deine Zier!